Studie aus Jena: Pflanzen spielten schon vor Jahrtausenden eine Hauptrolle in der Ernährung

Jena, 20.05.2026 – Lange vor der systematischen Landwirtschaft spielten Pflanzen in der Ernährung des Menschen eine immer größere Rolle. Das belegt eine aktuelle Studie des in Jena ansässigen Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie anhand von Funden aus den Regenwäldern Sri Lankas.

  • Forschungseinrichtung: Max-Planck-Institut für Geoanthropologie (Jena)
  • Thema: Wandel der menschlichen Ernährung vor Beginn der Landwirtschaft
  • Untersuchungszeitraum: Vor etwa 20.000 bis 3.000 Jahren
  • Publikation: Fachjournal „Nature Ecology & Evolution“
  • Weitere Informationen: Seite des Max-Planck-Instituts

Zinkisotope im Zahnschmelz als Zeugen der Vergangenheit

Für ihre weitreichenden Erkenntnisse nutzten die Wissenschaftler modernste Analysemethoden. Konkret untersuchten sie den Zahnschmelz prähistorischer Menschen auf Zinkisotope. Diese chemischen Signaturen speichern Informationen über die Nahrungszusammensetzung der jeweiligen Individuen über Jahrtausende hinweg. Die Ergebnisse aus dem Zeitraum zwischen 20.000 und 3.000 Jahren vor unserer Zeit zeichnen ein klares Bild: Obwohl die untersuchten Jäger- und Sammlergruppen Allesfresser blieben, nahm der Anteil an pflanzlicher Nahrung in ihrem Speiseplan kontinuierlich und stark zu.

Schrittweiser Wandel statt plötzliche Revolution

Bislang gingen viele anthropologische Modelle davon aus, dass der Übergang zur landwirtschaftlichen Prägung eher abrupt stattfand – oft verbunden mit dem Start des aktiven Ackerbaus. Die neuen Daten aus den tropischen Regenwäldern Sri Lankas deuten jedoch auf einen deutlich langsameren, schrittweisen Anpassungsprozess hin. Jäger und Sammler lernten offenbar über Generationen hinweg, die pflanzlichen Ressourcen ihrer Umgebung immer intensiver und gezielter zu nutzen, lange bevor Felder systematisch bestellt wurden.

Hintergrund: Das Max-Planck-Institut in Jena und die Archäologie der Tropen

Das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena widmet sich der Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt in der Erdgeschichte. Tropische Regenwälder, wie sie in der aktuellen Studie auf Sri Lanka untersucht wurden, gelten archäologisch als besonders herausfordernd: Durch das feucht-warme Klima zersetzen sich pflanzliche und andere organische Überreste extrem schnell, sodass klassische Funde oft fehlen. Die Analyse von stabilen Isotopen im robusten Zahnschmelz ermöglicht es den Forschern aus Jena, diese klimatischen Hürden zu umgehen und tiefe Einblicke in urzeitliche Ökosysteme zu gewinnen. Solche Studien tragen maßgeblich dazu bei, den globalen Wandel menschlicher Gesellschaften vor dem Hintergrund früher Umweltveränderungen besser zu verstehen.


Quelle:

Studie: Pflanzen spielten schon früh wichtige Rolle in der Ernährung


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