Jena, 30.04.2026. Das Institut für Altertumswissenschaften in Jena rückt seine wertvolle Abgusssammlung in ein neues Licht. Mit einem speziell entwickelten Beleuchtungskonzept werden die massiven Gipsreproduktionen antiker Meisterwerke eindrucksvoll inszeniert und für die Öffentlichkeit sowie die Forschung neu erlebbar gemacht.
- Was: Ausstellung historischer Gipsabgüsse antiker Bauplastiken („Lichtwechsel“)
- Wo: Institut für Altertumswissenschaften, Jena
- Exponate: Bis zu 500 Kilogramm schwere Repliken, u.a. vom Parthenon der Athener Akropolis
- Besonderheit: Innovatives Lichtkonzept zur Hervorhebung architektonischer Details
Historischer Wert der Reproduktionen
Die aktuell präsentierten Stücke der universitären Sammlung sind von enormem kunsthistorischem und dokumentarischem Wert. Unter den Exponaten befinden sich Abgüsse von weltberühmten Denkmälern, darunter detaillierte Reliefs des Parthenon-Tempels auf der Athener Akropolis. Einige dieser massiven Gipsplatten bringen bis zu einer halben Tonne auf die Waage.
Dass Reproduktionen aus Gips heute mit so viel Aufwand geschützt und kuratiert werden, hat einen handfesten konservatorischen Grund: An den antiken Originalen dürfen in der Gegenwart keine Matrizen mehr abgenommen werden. Die Gefahr, den Jahrtausende alten Marmor oder Kalkstein beim Erstellen von Negativformen zu beschädigen, ist zu groß. Dies macht die existierenden, historischen Abgüsse zu unersetzlichen Unikaten. Sie dokumentieren den Zustand der Originale exakt zu jenem Zeitpunkt, als die Abformung vorgenommen wurde – oft bevor Umwelteinflüsse der Neuzeit weitere Schäden anrichteten.
Neues Lichtkonzept schafft Perspektiven
Um der historischen und wissenschaftlichen Bedeutung der Sammlung gerecht zu werden, wurde für die aktuelle Ausstellung ein völlig neues Lichtkonzept entworfen. Die punktgenaue und winkelabhängige Ausleuchtung arbeitet die feinen Konturen, Reliefs und Strukturen der Bauplastiken heraus, die bei einer diffusen Standardbeleuchtung oft unbemerkt bleiben. So erhalten Besucher einen sehr plastischen und detailreichen Blick auf die handwerkliche Präzision der Antike.
Hintergrund: Die Tradition der Gipsabgusssammlungen
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena blickt auf eine lange Tradition in der archäologischen Lehre zurück. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert legten Universitäten in ganz Europa Gipsabguss-Sammlungen an. Da das Reisen an die antiken Stätten des Mittelmeerraums für Studenten und Wissenschaftler damals beschwerlich und teuer war, holte man sich exakte Kopien der antiken Kunstwerke in Originalgröße direkt in die heimischen Institute. Heute sind diese Sammlungen nicht nur Lehrmittel, sondern selbst ein faszinierendes Zeugnis der europäischen Wissenschaftsgeschichte.
Quelle:
Lichtwechsel – Ausstellung rückt Gipsabgüsse antiker Bauplastiken ins rechte Licht
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