Jena, 17. September 2026 – Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind an einer neuen internationalen Arktis-Mission auf der Tara Polar Station beteiligt. Die Forschungsstation sitzt auf einer Eisscholle im Nordpolarmeer fest und driftet mit dem Eis durch die Polarnacht.
- Ereignis: Beginn der Arktis-Mission auf der Tara Polar Station
- Beteiligung: Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter Leitung von Georg Pohnert
- Fokus: Verhalten von Mikroalgen und Bakterien in der Polarnacht
- Standort: Nordpolarmeer (Eisdrift)
Wissenschaftliche Bedeutung der Arktis-Mission für Jena
Unter der Leitung des Bioanalytikers Georg Pohnert widmet sich das Jenaer Team den kleinsten Bewohnern des Polarmeeres: Mikroalgen, Bakterien und weiteren Mikroorganismen. Die anstehende Polarnacht, in der die Sonne monatelang nicht aufgeht, dient den Wissenschaftlern als natürliches Großexperiment. Ohne Sonnenlicht verschwindet eine wesentliche Energiequelle für die Algen, womit das Forscherteam untersuchen kann, wie sich die Lebensgemeinschaften an extreme Bedingungen anpassen.
Mikroorganismen spielen eine fundamentale Rolle für das globale Klima. Mikroalgen stehen am Beginn des marinen Nahrungsnetzes und leisten zusammengenommen eine Photosynthese-Leistung, die mit der aller Landpflanzen vergleichbar ist. Sie binden große Mengen Kohlendioxid und produzieren einen erheblichen Teil des weltweiten Sauerstoffs.
Essenzielle Datengewinnung durch „drittelfreies“ Driften
Für die Validität der erhobenen Daten ist die Konstruktion der Tara Polar Station von entscheidender Bedeutung. Das Schiff wurde speziell für das antriebslose Driften im Eis konzipiert. Pohnert vergleicht den Einsatz herkömmlicher, motorisierter Eisbrecher mit dem Versuch, Vogelgesang im Amazonas zu untersuchen, während man mit einem Bulldozer eine Schneise in den Urwald schlägt. Durch den Verzicht auf eigene Antriebe in der Driftzone, die Vermeidung von Abwässern und den reduzierten Lärmpegel bleibt das umgebende Ökosystem weitgehend ungestört. Über einen zentralen Schacht, den sogenannten Moon Pool, können Messgeräte direkt in das Wasser unter dem Eis abgelassen werden.
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Hintergrund: Langzeitforschung und Auswertung in Jena
Während sich zwölf Crewmitglieder und Wissenschaftler für die monatelange Überwinterung auf der Station befinden, koordiniert das Team um Georg Pohnert die Abläufe aus Thüringen. Nach der Rückkehr von Probenmaterial im Rahmen der auf langfristige Beobachtung ausgelegten Expeditionen der Tara Ocean Foundation erfolgt die chemische Detailanalyse in den Jenaer Laboren. Dabei wird untersucht, welche biochemischen Stoffe die Mikroorganismen produzieren und welche Auswirkungen Veränderungen in diesen mikroskopischen Systemen auf das marine Nahrungsnetz haben.
Quelle:
Wenn in der Arktis das Licht ausgeht: Jenaer Forscher sind auf der Tara dabei
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.