Forschung aus Jena: Wie die Alterung der Zellen ausgebremst werden kann

Jena, 22. Mai 2026 – Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Jenaer Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) hat einen biologischen Mechanismus entschlüsselt, der maßgeblich für das Altern von Zellen verantwortlich ist. Die Ergebnisse zeigen, dass der altersbedingte Funktionsverlust der Mitochondrien durch gezielte Nährstoffzufuhr im Modellversuch rasch umgekehrt werden kann.

  • Thema: Ursachen des zellulären Alterns und deren potenzielle Umkehrbarkeit
  • Institut: Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena
  • Forschungsleitung: Dr. Maria Ermolaeva (Erstautorin: Tetiana Poliezhaieva)
  • Zentraler Wirkstoff: Phosphatidylcholin bzw. dessen Vorläufer Cholin

Der Kollaps der zellulären Kraftwerke

Mitochondrien versorgen als sogenannte Kraftwerke die menschlichen Zellen mit der nötigen Energie für Bewegung, Wachstum und Selbstreparatur. Im Laufe des Alterungsprozesses nimmt ihre Leistungsfähigkeit jedoch kontinuierlich ab. Die Jenaer Wissenschaftler wiesen nach, dass die Ursache für diesen Verfall nicht direkt in den mitochondrialen Genen liegt, sondern in der Elastizität ihrer Hüllen.

Für diese Flexibilität ist das Membranlipid Phosphatidylcholin verantwortlich. Es ermöglicht den Mitochondrien, sich zu komplexen Netzwerken zu verbinden und Stoffwechselprodukte sowie Energie effizient in der Zelle zu verteilen. Mit fortschreitendem Alter sinkt die körpereigene Produktion dieses Fettmoleküls drastisch. In der Folge kollabiert das zelluläre Stromnetz: Die Mitochondrien zersplittern und arbeiten fehlerhaft.

Regeneration durch gezielte Nährstoffzufuhr

Die Forschungsgruppe um Dr. Maria Ermolaeva konnte im Laborversuch zeigen, dass dieser Prozess reversibel ist. Wurden alternde Fadenwürmer (Caenorhabditis elegans) mit Phosphatidylcholin oder dem wasserlöslichen Vorläuferstoff Cholin gefüttert, regenerierten sich die Zellorganellen innerhalb von nur zwei Tagen. Die Mitochondrien gewannen ihre jugendliche Netzwerkstruktur zurück und steigerten die Energieproduktion wieder auf ein effizientes Niveau.

Die Studie, die Daten von Fadenwürmern mit Versuchen an menschlichen Zellkulturen und klinischen Datenbanken verknüpfte, zeigt zudem eine klare zeitliche Abfolge des Alterns auf. Demnach versagt zuerst der zelluläre Schutz gegen Stress, bevor tiefgreifende Veränderungen im Stoffwechsel und schließlich im Erbgut einsetzen.

Hintergrund zum Wissenschaftsstandort Jena

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) wurde 1991 am Beutenberg-Campus in Jena gegründet und widmet sich als erste nationale Einrichtung der Erforschung des Alternsprozesses. Die biomedizinische Spitzenforschung in der Lichtstadt Jena kombiniert traditionell akademische Exzellenz mit praktischen Ansätzen zur Verbesserung der gesunden Lebensspanne im Alter.

Ernährungshinweis: Cholin in Lebensmitteln

In der Ernährungsmedizin gilt Cholin als essenzieller Mikronährstoff, der unter anderem für den Fettstoffwechsel und die Leberfunktion wichtig ist. Natürliche Quellen mit einem hohen Gehalt an Cholin und Phosphatidylcholin (Lecithin) sind beispielsweise Eigelb, Rinderleber, Sojabohnen, Weizenkeime und Nüsse.


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