Jena, 05.05.2026. Forschern des Uniklinikums Jena und der Universität Magdeburg ist ein vielversprechender Schritt bei der Behandlung schwerer Lungeninfektionen gelungen. Ein neuer medikamentöser Ansatz blockiert gezielt die gewebezerstörenden Zellgifte der Erreger.
- Beteiligte Forscher: Molekularmediziner des Uniklinikums Jena und Chemiker der Universität Magdeburg.
- Die Entdeckung: Synthetisch veränderte Sterole neutralisieren die zerstörerischen Zellgifte von Bakterien und Pilzen.
- Medizinisches Ziel: Abschwächung invasiver Lungeninfektionen, Verbesserung von intensivmedizinischen Ergebnissen und Entlastung des Gesundheitssystems.
Paradigmenwechsel in der Infektionstherapie
Bislang werden lebensbedrohliche Lungeninfektionen, die durch Bakterien oder Pilze ausgelöst werden, primär mit klassischen Antibiotika und Antimykotika bekämpft. Das interdisziplinäre Forschungsteam aus Jena und Magdeburg hat nun in Experimenten einen alternativen Weg aufgezeigt: Statt die Mikroorganismen direkt anzugreifen, wird deren gefährlichstes Werkzeug gezielt ausgeschaltet.
Krankheitserreger in der Lunge sondern Toxine ab, welche die Gewebezellen zerstören. Erst durch diese gezielte Zerstörung des Lungengewebes wird es den Mikroorganismen ermöglicht, sich großflächig auszubreiten und lebensbedrohliche Zustände beim Patienten hervorzurufen.
Synthetische Sterole als Schutzschild
Die Lösung der Wissenschaftler basiert auf dem Einsatz von synthetisch veränderten Sterolen. Dabei handelt es sich um cholesterinähnliche, natürliche Bestandteile der Zellmembran. Die jüngsten Experimente zeigen, dass diese modifizierten Moleküle in der Lage sind, das Gift der Erreger abzufangen und zu deaktivieren, noch bevor es das Lungengewebe schädigen kann.
Zusätzlich zu dieser aktiven Schutzfunktion bieten die Sterole einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie stabilisieren die Membranen der körpereigenen Zellen. Dadurch werden die Lungenzellen insgesamt widerstandsfähiger gegen die feindlichen Angriffe der Erreger.
Hintergrund: Bedeutung für die Intensivmedizin
Das Universitätsklinikum Jena (UKJ), zentral gelegen im Jenaer Stadtteil Lobeda, ist die wichtigste Säule der medizinischen Maximalversorgung und Forschung in Thüringen. Invasive Lungeninfektionen stellen auf Intensivstationen weltweit ein enormes Problem dar – auch wegen der zunehmenden Resistenzen gegen herkömmliche Antibiotika. Ein Therapieansatz, der den Erregern lediglich ihre zerstörerischen Toxine entzieht, anstatt sie abzutöten, könnte in Zukunft Leben retten und langwierige Intensivbehandlungen deutlich verkürzen.
Quelle:
Maßgeschneiderte Moleküle gegen tödliche Lungeninfektion
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