Studie aus Jena: Pflanzliche Ernährung spielte schon weit vor dem Ackerbau eine Hauptrolle

Jena, 22. Mai 2026. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung aus Jena zeigt, dass Menschen in tropischen Regenwäldern bereits Jahrtausende vor der Entstehung des klassischen Ackerbaus intensiv Nutzpflanzen anbauten und verarbeiteten. Dies stellt die bisherige Theorie über den Übergang zur Landwirtschaft infrage.

  • Forschungsthema: Pflanzliche Ernährung im Pleistozän
  • Beteiligte Institutionen: Wissenschaftler aus Jena
  • Zentrale Erkenntnis: Intensive Pflanzennutzung im Regenwald existierte weit vor der Entstehung von Feldern und sesshaftem Ackerbau
  • Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2026

Die Entstehung des Ackerbaus neu gedacht

Bislang galt die Neolithische Revolution – die Sesshaftwerdung des Menschen und der Beginn des großflächigen Ackerbaus – als der entscheidende Wendepunkt in der Geschichte der menschlichen Ernährung. Die in Jena durchgeführte Forschungsarbeit zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Schon im Pleistozän, lange vor der Entstehung strukturierter Felder, griffen Menschen im tropischen Regenwald gezielt in ihre Umwelt ein, um pflanzliche Nahrungsquellen nutzbar zu machen.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass die im tropischen Regenwald lebenden Gemeinschaften über hochentwickelte Kenntnisse zur Kultivierung und Aufbereitung von Pflanzen verfügten. Diese Form der frühen Ressourcenbewirtschaftung fand statt, ohne dass dafür dichte Wälder komplett gerodet oder klassische Agrarflächen angelegt werden mussten.

Hintergrund: Jena als Zentrum der Evolutionsforschung

Jena ist international als bedeutender Forschungsstandort für die Menschheitsgeschichte und Archäogenetik etabliert. Einrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie (ehemals für Menschheitsgeschichte) sowie die Institute der Friedrich-Schiller-Universität Jena nutzen modernste naturwissenschaftliche Methoden, um historische Wanderungsbewegungen, Ernährungsweisen und ökologische Anpassungsprozesse zu rekonstruieren. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, archäologische Funde mit modernster biomolekularer Analytik zu verknüpfen und so fundamentale Kapitel der Menschheitsgeschichte neu zu schreiben.

Regenwälder als frühe Wiege der Kultivierung

Die Studie widerlegt das klassische Bild des Regenwaldes als reines Jagd- und Sammelrevier, in dem Nahrung nur passiv entnommen wurde. Vielmehr handelte es sich um aktiv gestaltete Kulturlandschaften. Die gezielte Förderung bestimmter Nutzpflanzen sicherte das Überleben der Gemeinschaften über Generationen hinweg und legte den evolutionären Grundstein für spätere, komplexere landwirtschaftliche Systeme.


Quelle:

Pflanzen als Nahrung: Landwirtschaft ga es lange vor Feldern


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