Stadtrat prüft „SaaleWelle“: Kommt eine Surf-Welle nach Jena?

Jena, 07. Mai 2026. Die Wählergruppe „Bürger für Jena“ möchte das Surfen auf der Saale ermöglichen und hat eine entsprechende Beschlussvorlage im Stadtrat eingereicht. Vorbild für das ambitionierte Projekt ist die berühmte Eisbachwelle in München.

  • Was: Beschlussvorlage zur Prüfung einer stehenden Surf-Welle („SaaleWelle“)
  • Wo: Fluss Saale, Jena
  • Wer: Wählergruppe „Bürger für Jena“ (Fraktionsvorsitzender Jürgen Häkanson-Hall)
  • Status: Zur weiteren Beratung in drei städtische Ausschüsse verwiesen

Münchner Vorbild: Die „SaaleWelle“

Anstatt sich im Sommer nur abzukühlen oder mit dem Schlauchboot zu fahren, sollen Wassersportler in Jena künftig auf der Saale surfen können. Die Idee einer stehenden Welle orientiert sich stark an der international bekannten Eisbachwelle im Münchener Englischen Garten. Die Wählergruppe „Bürger für Jena“ hat zur Stadtratssitzung am Mittwoch eine Beschlussvorlage eingebracht, um geeignete Standorte entlang der Saale prüfen zu lassen.

Bedenken von Stadtverwaltung und Naturschutz

Ein ähnlicher Vorstoß scheiterte bereits im Jahr 2020 im Rahmen des Bürgerbudgets. Die damalige Haltung der Stadtverwaltung, nachzulesen im Bürgerbeteiligungsportal: Die Saale sei nicht mit dem Eisbach vergleichbar, ein Umbau wäre zu massiv und der Betrieb sehr kostenintensiv. Neben den Finanzen spielen auch Sicherheitsaspekte eine entscheidende Rolle. In München kommt es an der Eisbachwelle aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeit und Hindernissen unter Wasser regelmäßig zu Unfällen. Fraktionsvorsitzender Jürgen Häkanson-Hall betont jedoch, dass man aus diesen Erfahrungen lernen und Sicherheitsaspekte bei der Standortwahl und Bauweise von Beginn an mitdenken wolle.

Auch die Natur darf bei einem solchen Projekt nicht gefährdet werden. Die Vorlage fordert eine strikte Einhaltung aller naturschutzrechtlichen Vorgaben. Freie Wanderwege für Fische müssten zwingend erhalten bleiben, ähnlich wie es bei vergleichbaren Flusswellen-Projekten in Regensburg oder Passau durch Fischtreppen bereits erfolgreich gelöst wurde.

Wie es jetzt weitergeht

Eine schnelle Entscheidung über den Bau gibt es vorerst nicht. Der Stadtrat hat die Vorlage zunächst zur detaillierten Beratung in den Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss, den Ausschuss für Schule und Sport sowie den Finanzausschuss verwiesen. Dort sollen in den kommenden Wochen weitere Fakten und Machbarkeitsstudien diskutiert werden, bevor das Thema erneut auf die Tagesordnung des Stadtrates rückt.

Hintergrund: Die Saale in Jena

Die Saale prägt das Stadtbild von Jena maßgeblich und fließt auf einer Länge von rund 30 Kilometern durch das Stadtgebiet. Bisher wird der Fluss vor allem für sanften Wassersport wie Kanu- oder Schlauchbootfahrten sowie Stand-Up-Paddling genutzt. Das Flusssurfen auf einer sogenannten „stehenden Welle“ erfordert spezielle hydrologische Voraussetzungen: Das Wasser muss mit ausreichendem Volumen und hoher Fließgeschwindigkeit über eine künstliche oder natürliche Schwelle strömen, um dauerhaft eine surfbare, brechende Welle zu erzeugen.


Quelle:

Surfbrett statt Schlauchboot – Stadtratsfraktion in Jena schlägt Surf-Welle vor


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