Mikrobielle Genügsamkeit: Forschung aus Jena schützt Wasser

Jena, 21. Juli 2026 – Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Kirsten Küsel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat neue Einblicke in die Anpassungsfähigkeit von Mikroorganismen im Grundwasser gewonnen. In der Fachzeitschrift Nature Microbiology präsentierten sie das Konzept der „mikrobiellen Genügsamkeit“.

Wie Mikroben am Limit überleben

Das Konzept beschreibt, wie Mikroorganismen in tiefen Gesteinsporen und Grundwasserleitern bei extremem Nährstoffmangel bestehen. Durch evolutionäre Anpassungen reduzieren sie ihren Energieverbrauch auf ein Minimum und gehen in einen Bereitschaftszustand über. Dies ermöglicht es ihnen, selbst bei minimaler Ressourcenzufuhr zentrale Stoffkreisläufe aufrechtzuerhalten.

Bedeutung für Klimaschutz und Wasserqualität

Das Grundwasser ist eine der weltweit wichtigsten Trinkwasserquellen. Die Jenaer Forschung zeigt, dass die dort ansässigen Mikroben maßgeblich zur chemischen Stabilität und zur Regulation klimarelevanter Gase wie Methan oder Stickstoffverbindungen beitragen. Der Schutz dieser verborgenen Ökosysteme ist daher direkt mit der Sicherheit unserer Trinkwasserversorgung verknüpft.

Hintergrund: Forschung am Exzellenzcluster

Der Jenaer Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ erforscht die komplexen Wechselwirkungen mikrobieller Gemeinschaften. Die wissenschaftliche Arbeit in Jena unterstreicht die Rolle der Stadt als internationales Zentrum für Mikrobiologie und ökologische Grundlagenforschung, die weit über regionale Grenzen hinaus Bedeutung für den globalen Klimaschutz hat.


Quelle:

Leben am energetischen Limit


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