Krötenwanderung in Jena: Freiwillige retten knapp 300 Amphibien vor dem Verkehrstod

Jena, 23. April 2026 – Wenn die Nächte milder werden und regelmäßige Feuchtigkeit die Böden aufweicht, beginnt in Jena die große Wanderung der Amphibien. Engagierte Freiwillige konnten in dieser Saison bereits fast 300 Erdkröten auf ihrem Weg zu den Laichplätzen sicher über gefährliche Straßenabschnitte bringen.

  • Ereignis: Rettung von knapp 300 Erdkröten
  • Akteure: Ehrenamtliche Helfer und Naturschützer
  • Ort: Jena (insbesondere waldahe Straßen und Bereiche nahe dem Ernst-Abbe-Sportfeld)
  • Zeitraum: Seit Mitte Februar bis ins späte Frühjahr

Gefahr auf dem Weg zum Laichgewässer

Die alljährliche Wanderung der Erdkröten beginnt traditionell ab Mitte Februar, sobald die Temperaturen nachts nicht mehr stark abfallen. Oft setzen sich Hunderte Tiere gleichzeitig in Bewegung, getrieben von dem Instinkt, ihre angestammten Fortpflanzungsgewässer zu erreichen. Doch der Weg vom schützenden Wäldchen zum Wasser ist in städtischen Gebieten von enormen Gefahren geprägt. Die Tiere müssen häufig Straßen überqueren, was ohne menschliche Hilfe oder spezielle Leiteinrichtungen oft in einem Massensterben unter den Autoreifen endet. Die ehrenamtlichen Helfer sammeln die Tiere daher regelmäßig an Brennpunkten ab und tragen sie sicher auf die andere Straßenseite.

Hintergrund: Amphibienschutz und Hinweise für den Verkehr

Die Region rund um das Saaletal, insbesondere die feuchten Auenbereiche nahe dem Ernst-Abbe-Sportfeld sowie waldahe Straßen in den Hanglagen Jenas, gehören zu den klassischen Wanderrouten der Amphibien. Naturschutzvereine betreuen in diesen Bereichen oft temporäre Krötenzäune. Die Tiere fallen in ebenerdig eingegrabene Eimer und werden morgens und abends von den Helfern über die Fahrbahn getragen.

Tipps für Autofahrer: Die Polizei und Naturschutzbehörden appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, in ausgeschilderten Bereichen (Warnschild „Krötenwanderung“) besonders achtsam zu fahren und die Geschwindigkeit auf maximal 30 km/h zu reduzieren. Der Grund: Amphibien sterben nicht nur durch direktes Überfahren. Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h entsteht unter dem Fahrzeug ein so hoher Luftdruckwechsel (Strömungsdruck), dass die inneren Organe, insbesondere die Lungen der Tiere, platzen können.

Wer selbst aktiv werden oder gefährdete Streckenabschnitte melden möchte, kann sich in der Regel an das örtliche Umweltamt oder die Naturschutzverbände (wie den NABU Jena) wenden.


Quelle:

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Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.