Jena, 02. Oktober 2026 – Die Stadt Jena setzt erstmals auf den gesetzlichen Bauturbo, um gewerblich geplante Flächen zügig in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln. Das Vorhaben betrifft den neuen Firmensitz von dotSource Campus im Bereich der Saalbahnhofstraße.
- Ereignis: Erster Einsatz des Bauturbos in Jena
- Projekt: dotSource Campus (Saalbahnhofstraße)
- Änderung: Umnutzung von Büroflächen in 48 neue Wohnungen
- Beschluss: Stadtrat Jena (30. September 2026)
Der Stadtrat brachte das entsprechende Verfahren am 30. September 2026 mit dem Beschluss des zweiten Nachtrags zum Durchführungsvertrag offiziell auf den Weg. Entworfen wurde die visuelle Planung in Zusammenarbeit mit der HKS Architekten GmbH.
Homeoffice verändert den Flächenbedarf in Jena
Auslöser für die Umplanung sind grundlegende Veränderungen in der modernen Arbeitswelt. Durch die Etablierung von Homeoffice und mobilen Arbeitsformen ist der stationäre Bedarf an Büroarbeitsplätzen spürbar zurückgegangen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in aktuellen Analysen wider, die einen sinkenden Flächenumsatz auf dem lokalen Büromarkt in Jena aufzeigen.
Ursprünglich waren im vierten und fünften Obergeschoss des Sockelgebäudes rund 2.000 Quadratmeter für bis zu 200 Arbeitsplätze vorgesehen. Insgesamt sollte der gesamte Büroteil des Campus Platz für rund 850 Mitarbeiter bieten. Durch die nun beschlossene Reduzierung rechnet der Investor künftig mit maximal 650 Arbeitsplätzen.
Umwidmung im vierten und fünften Obergeschoss
Die durch die veränderten Arbeitsbedingungen frei gewordenen Kapazitäten werden nun umgewidmet. In den betroffenen Etagen des Sockelgebäudes entstehen planmäßig 48 neue Wohneinheiten. Damit reagiert die Kommune flexibel auf den anhaltenden Mangel an Wohnraum und zeigt, dass gewerbliche Bauvorhaben durch moderne Planungsinstrumente an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst werden können.
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Hintergrund: Was bedeutet der Bauturbo?
Der Begriff „Bauturbo“ beschreibt gesetzliche Erleichterungen und Beschleunigungsinstrumente im BauGB (unter anderem den § 246e BauGB), die Kommunen mehr Flexibilität bei der Nachnutzung und Verdichtung von Bestandsflächen geben sollen. Ziel ist es, langwierige Planungsverfahren zu verkürzen, um besonders in angespannten Wohnungsmärkten schneller Baurecht für dringend benötigte Wohnungen zu schaffen, ohne langwierige Bebauungsplanänderungen durchlaufen zu müssen.
Quelle:
Jena nutzt erstmals den Bauturbo: 48 neue Wohnungen im dotSource Campus
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.