30 Hektar große Superkolonie: Invasive Ameisenart überrennt Jenaer Innenstadt

Jena, 16.05.2026 – Die Jenaer Innenstadt kämpft mit einer massiven Ausbreitung der invasiven Ameisenart „Lasius neglectus“. Eine mutmaßliche Superkolonie erstreckt sich mittlerweile über 30 Hektar und verdrängt heimische Arten zunehmend. Die Lage für Gewerbetreibende und Anwohner spitzt sich zu.

  • Betroffenes Gebiet: Etwa 30 Hektar in der Innenstadt (u.a. Philosophenweg, Saalbahnhofstraße, Wagnergasse).
  • Ursache: Die aus Vorderasien stammende „Vergessene Wegameise“ (Lasius neglectus) bildet ein gewaltiges Netzwerk aus Millionen Tieren.
  • Folgen: Heimische Arten werden massiv verdrängt; betroffene Haushalte und Unternehmen klagen über starken Schädlingsbefall.

Winzige Tiere, riesiges ökologisches Problem

Die nur wenige Millimeter große „Vergessene Wegameise“ ist für Laien kaum von gewöhnlichen, heimischen Arten zu unterscheiden. Auffällig ist jedoch ihr massenhaftes Auftreten. Nach Einschätzung des Jenaer Schädlingsbekämpfers Thomas Loose hat die Spezies in der Saalestadt längst eine sogenannte Superkolonie gebildet. Dieses gewaltige Netzwerk besteht aus Millionen von Arbeiterinnen und hunderttausenden Königinnen, die kooperieren, anstatt sich untereinander zu bekämpfen.

„Die macht alle anderen platt oder fast alle anderen“, warnt Loose eindringlich. Da sich die Spezies ohne natürliche Feinde in diesem Netzwerk ausbreitet, bedeutet ihr Auftreten oft das Ende für die heimische Insektenwelt in den betroffenen Arealen.

Botanischer Garten als möglicher Ursprung?

Ursprünglich stammt Lasius neglectus aus Vorderasien. Der Jenaer Experte vermutet, dass die Tiere bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten über Pflanzenimporte in die Stadt eingeschleppt wurden. Ein möglicher „Ground Zero“ für die Ausbreitung könnte dabei der Botanische Garten gewesen sein. Das verhältnismäßig milde und warme Klima im Saaletal begünstigte die anschließende, rasante Vermehrung der wärmeliebenden Spezies.

Das heute bekannte Befallsgebiet ist enorm gewachsen: Es reicht vom Philosophenweg bis zur Saalbahnhofstraße und zieht sich vom Fürstengraben bis zur St.-Jakob-Straße. Auch dicht besiedelte Quartiere, der historische Johannisfriedhof, die Johannisstraße und die beliebte Ausgehmeile Wagnergasse gehören zu dem rund 30 Hektar großen Netzwerk.

Hintergrund: Tückische Bekämpfung von Superkolonien

Invasive Insekten wie die Vergessene Wegameise stellen Schädlingsbekämpfer vor immense logistische Herausforderungen. Da die Superkolonien keine klaren Reviergrenzen haben und Tausende Königinnen beherbergen, wirken klassische Kontaktgifte oder kurzfristige Köder-Einsätze oft nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Tipps für betroffene Anwohner in der Jenaer Innenstadt:

  • Keine Eigenexperimente: Stark riechende Hausmittel oder handelsübliche Sprays vertreiben die Tiere meist nur kurzfristig in benachbarte Mauerspalten oder in andere Zimmer.
  • Prävention: Ritzen an Fensterrahmen, Fußleisten und Mauerwerken sollten fachgerecht abgedichtet werden. Zudem dürfen keine offenen Lebensmittel (insbesondere Süßes und Fleisch) herumstehen.
  • Fachhilfe rufen: Eine effektive Bekämpfung erfordert in der Regel aufeinander abgestimmte Fraßköder-Strategien vom Profi, bei denen das Gift von den Arbeiterinnen bis tief ins Nest zu den Königinnen getragen wird, um den Reproduktionszyklus zu stoppen.

Quelle:

Kaum aufzuhalten: Invasive Ameisen breiten sich in Ost-Stadt massiv aus


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