Jena, 29. August 2026 – An der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat das „Imre Kertesz Kolleg Jena“ offiziell seine Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung wird vom Bundesforschungsministerium in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt 8,2 Millionen Euro gefördert und von einem deutschen sowie einem polnischen Historiker gleichberechtigt geleitet.
- Ereignis: Arbeitsaufnahme des Imre Kertesz Kollegs an der Universität Jena
- Förderung: 8,2 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium für sechs Jahre
- Fokus: Europas Osten im 20. Jahrhundert und historische Erfahrungen
- Namensgeber: Der ungarische Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész (2002)
Das neue Kolleg bietet bis zu zehn renommierten Zeithistorikern aus aller Welt als sogenannte Fellows die Möglichkeit, auf höchstem europäischem Niveau zu forschen. Ziel der Einrichtung ist es, durch Publikationen wie ein vierbändiges Handbuch zur Versachlichung geschichtspolitischer Debatten beizutragen und ein reflexives, demokratisches Geschichtsbewusstsein zu fördern.
Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Jena
Die Ansiedlung des Kollegs unterstreicht die Rolle Jenas als international sichtbares Zentrum für geisteswissenschaftliche Spitzenforschung. Durch die Verknüpfung von internationalem Austausch und lokaler universitärer Expertise wird der Forschungsstandort nachhaltig gestärkt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit sollen dabei nicht nur in Fachkreisen diskutiert, sondern aktiv in die breite Öffentlichkeit getragen werden.
Forschungsschwerpunkte des Kollegs
Die inhaltliche Arbeit des Imre Kertész Kollegs konzentriert sich auf klar definierte Kernbereiche der modernen europäischen Geschichte:
- Diktatur, Krieg und Gewalt im 20. Jahrhundert
- Ausprägungen und Strukturen von Staatlichkeit
- Historische Umbrüche zur Moderne
- Intellektuelle Horizonte sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung in Europa
⭐⭐⭐⭐⭐ 4.8 / 5
Jena: Geschichte und Kultur im Bildband
Vertiefen Sie Ihr Wissen über die Stadtgeschichte und die akademische Entwicklung von Jena.
Hintergrund: Der Bezug des Nobelpreisträgers zur Region
Namenspatron des Kollegs ist der ungarische Schriftsteller Imre Kertész, der im Jahr 2002 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Kertész wurde im Jahr 1944 als 15-Jähriger in das Konzentrationslager Auschwitz und kurz darauf in das nahe der Thüringer Universitätsstadt gelegene Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Diese existenzielle Erfahrung verarbeitete er literarisch und machte die Brüchigkeit von Zivilisation und Mitmenschlichkeit zum zentralen Thema seines Schaffens.
Quelle:
Kertész-Kolleg an Uni Jena gegründet – Pester Lloyd
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.