Jena, 15. Juni 2026 – Die Friedrich-Schiller-Universität Jena verzeichnet einen bedeutenden wissenschaftlichen Coup: Mit Corinna Kufner konnte eine renommierte Physikerin der Harvard University für die Saale-Stadt gewonnen werden. Als neue Professorin erforscht sie ab sofort die Entstehung der ersten Biomoleküle auf der frühen Erde.
- Wer: Prof. Dr. Corinna Kufner (Physikerin)
- Was: Forschung zum Ursprung des Lebens (Photonische Abiogenese)
- Wo: Friedrich-Schiller-Universität Jena & Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT)
- Methode: Ultraschnelle Spektroskopie mittels UV-Strahlung
Von Harvard an die Saale: Ein Gewinn für Jena
Der Wechsel von der US-amerikanischen Eliteuniversität Harvard nach Jena bereits Ende 2024 ist ein bemerkenswerter Erfolg für den lokalen Wissenschaftsstandort. Er unterstreicht die enorme internationale Anziehungskraft der Thüringer Forschungslandschaft. Nachdem Kufner seit 2025 erfolgreich die Nachwuchsgruppe „Photonische Abiogenese“ geleitet hat, bekleidet sie seit April 2026 die gleichnamige Professur an der Friedrich-Schiller-Universität. Die enge Kooperation zwischen der Universität und dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) bot der Wissenschaftlerin optimale Bedingungen für den Aufbau ihrer Forschungsgruppe.
Was ist Abiogenese? Den Ursprüngen auf der Sput
Das Forschungsgebiet von Corinna Kufner widmet sich einer der fundamentalsten Fragen der Menschheit: Wie entstand das Leben? Der Fachbegriff „Abiogenese“ beschreibt genau diesen Prozess – die Entstehung von lebenden Organismen aus unbelebten chemischen Baustoffen. Kufners Team untersucht gezielt, welche Rolle das hochenergetische UV-Licht der Sonne auf der unbelebten Ur-Erde spielte. Es wird vermutet, dass die Strahlung entscheidende chemische Reaktionen in Gang setzte, aus denen schließlich die ersten biologischen Bausteine hervorgingen.
Mit der „Zeitlupen-Kamera“ Moleküle filmen
Da diese chemischen Prozesse extrem schnell ablaufen, greift das Jenaer Forschungsteam auf eine hochmoderne Methode zurück: die ultraschnelle Spektroskopie. Für Laien lässt sich dieses physikalische Verfahren wie eine extrem hochauflösende Zeitlupen-Kamera vorstellen. Durch ultrakurze Laserblitze im Bereich von Femtosekunden (Milliardstel einer Millionstel Sekunde) können die Forscher die Bewegung und Veränderung von Atomen und Molekülen nahezu in Echtzeit beobachten. So lässt sich genau analysieren, wie UV-Licht die Struktur von Materie verändert und chemische Bindungen neu anordnet.
Die Erkenntnisse aus dieser physikalischen Grundlagenforschung in Jena besitzen weitreichende Bedeutung. Sie helfen nicht nur zu verstehen, wie das Leben auf der Erde begann, sondern liefern auch wichtige Indikatoren für die Astrobiologie bei der Suche nach organischen Spuren auf fernen Planeten. Zudem könnten die entwickelten Verfahren künftige Anwendungen in der Medizin und der Raumfahrt beeinflussen.
🏛️ Die Universität Jena als Leuchtturm der Optik und Photonik
Die Erforschung des Lichts hat in Jena eine lange Tradition, die eng mit den Pionieren Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott verbunden ist. Heute gehört die Saale-Stadt zu den weltweit führenden Zentren für Optik und Photonik. Durch die enge Vernetzung der Friedrich-Schiller-Universität mit außeruniversitären Spitzeninstituten wie dem Leibniz-IPHT gelingt es dem Standort kontinuierlich, hochkarätige internationale Forschungsgruppen anzuziehen. Die neue Professur schlägt eine Brücke zwischen Physik, Chemie und Biologie und festigt Jenas Spitzenrolle in der globalen Wissenschaftsgemeinschaft.
Quelle:
Jenaer Forscherin erforscht Ursprung des Lebens
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