Jena, 16. Juni 2026 – Die Neugestaltung des Ernst-Abbe-Platzes geht in die nächste Phase: Die Stadt Jena lädt alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, den zentralen Treffpunkt der Stadt aktiv mitzugestalten. Im Rahmen eines zweiten Beteiligungsworkshops wird der Siegerentwurf des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt.
- Was: 2. Beteiligungsworkshop zur Neugestaltung des Ernst-Abbe-Platzes
- Wann: Montag, 22. Juni 2026, ab 17:00 Uhr
- Wo: Hörsaal 4, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Ernst-Abbe-Platz, 07743 Jena
- Eintritt: Kostenfrei, ohne Voranmeldung
- Motto: „Schöner? Grüner? Nutzbarer?“
Ein zentraler Treffpunkt im Wandel
Der Ernst-Abbe-Platz ist das pulsierende Herzstück des Jenaer Universitätscampus. Täglich nutzen tausende Studierende, Anwohner, Pendler und Kunden der angrenzenden Einkaufszentren die Freifläche als Passage oder Treffpunkt. Doch das aktuelle Erscheinungsbild des Platzes steht seit Langem in der Kritik: Große, versiegelte Betonflächen führen insbesondere in den heißen Sommermonaten zu einer starken Aufheizung, während es gleichzeitig an ausreichend Schattenplätzen, Sitzgelegenheiten und nutzbarer Vegetation fehlt. Eine Neugestaltung soll diese Defizite beheben und den Platz an die Anforderungen des Klimawandels anpassen.
Vom Wettbewerb zur Bürgerbeteiligung
Um die bestmögliche Lösung für diese stadtplanerische Herausforderung zu finden, wurde ein offener Planungswettbewerb ausgelobt. Als Sieger ging daraus der Entwurf des renommierten Planungsbüros Atelier LOIDL hervor. Dieser Entwurf dient nun als Grundlage für den weiteren Prozess. Das Konzept soll jedoch nicht hinter verschlossenen Türen realisiert werden. Stattdessen setzt die Stadt Jena auf ein mehrstufiges Beteiligungsverfahren, um die realen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen vor Ort direkt in die Detailplanung einfließen zu lassen. Der anstehende Workshop markiert dabei einen entscheidenden Schritt, um den theoretischen Entwurf mit der praktischen Alltagserfahrung der Jenaerinnen und Jenaer abzugleichen.
Die Kernziele: Begrünung, Nutzbarkeit und Klimaanpassung
Die Leitfragen des Workshops – „Schöner? Grüner? Nutzbarer?“ – spiegeln die wesentlichen Zielsetzungen wider, die das Atelier LOIDL in seinem Entwurf formuliert hat. Zu den Kernzielen der Umgestaltung gehören:
- Umfassende Begrünung: Schaffung von schattenspendenden Baum- und Pflanzeninseln, die das Mikroklima spürbar verbessern.
- Erhöhte Aufenthaltsqualität: Integration von flexiblen und barrierefreien Sitz- und Verweilmöglichkeiten für alle Altersgruppen.
- Multifunktionale Nutzbarkeit: Gewährleistung, dass der Platz auch künftig für universitäre Veranstaltungen, Märkte oder kulturelle Events flexibel genutzt werden kann.
- Klimaresistenz: Einsatz von innovativen Konzepten zur Regenwasserversickerung und -nutzung vor Ort (Schwammstadt-Prinzip).
Bürger-Feedback vor Ort und im Internet
Am Montag, dem 22. Juni 2026, haben alle Interessierten die Gelegenheit, sich im Hörsaal 4 der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus erster Hand über die Pläne zu informieren. Vertreter der Stadtverwaltung und des Planungsbüros werden den Siegerentwurf im Detail präsentieren. Im Anschluss können die Teilnehmer an verschiedenen Stationen direkt ihre Kritik, Anregungen und konkreten Gestaltungsideen formulieren.
Für alle Bürger, die an diesem Termin verhindert sind, stellt die Stadt Jena ein digitales Alternativangebot bereit. Ab Ende Juli 2026 werden die Ergebnisse des Workshops sowie die weiterentwickelten Planungsunterlagen auf dem zentralen Beteiligungsportal der Stadt unter mitmachen.jena.de veröffentlicht. Dort besteht die Möglichkeit, die Vorschläge online einzusehen, zu kommentieren und zu bewerten.
🏛️ Die Bedeutung des Ernst-Abbe-Platzes
Der Ernst-Abbe-Platz ist nach dem Physiker, Sozialreformer und Zeiss-Förderer Ernst Abbe benannt und zeugt direkt von Jenas industriellem Erbe. Entstanden im Zuge der Revitalisierung des ehemaligen Zeiss-Hauptwerkes (Hauptwerk A), markiert er den Übergang von der historischen Fabrikarchitektur hin zu einer modernen, offenen Wissensgesellschaft. Heute verbindet er nicht nur die universitären Institute und das Hörsaalgebäude miteinander, sondern dient auch als Bindeglied zur innerstädtischen Shoppingmeile. Durch die Neugestaltung soll dieser historisch und sozial bedeutsame Raum zukunftsfähig und lebenswert umgebaut werden.
Quelle:
Bürger sollen Ernst-Abbe-Platz mitgestalten
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