Jena, 01. Oktober 2026. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie in Jena fordert von der Internationalen Union der Geologischen Wissenschaften (IUGS) eine lückenlose Offenlegung der Hintergründe zur Entscheidung gegen das Anthropozän. In einem Aufsatz im Fachmagazin „Earth’s Future“ verlangen die Wissenschaftler eine kritische Aufarbeitung des Verfahrens.
- Thema: Forderung nach Transparenz bei IUGS-Entscheidung zum Anthropozän
- Protagonisten: Forscherteam u.a. um Georg Schäfer (Max-Planck-Institut für Geoanthropologie Jena)
- Kernkritik: Ungültige Stimmen, fehlende Antworten auf Einwände und unter Verschluss gehaltene Gutachten
Die Debatte um das Anthropozän – das geologische Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Erde geworden ist – beschäftigt die Fachwelt seit Jahren. Im Jahr 2024 lehnte die IUGS die offizielle Ausrufung der Epoche ab. Die Jenaer Wissenschaftler betonen jedoch, dass sich ihre Kritik primär gegen die mangelhafte Transparenz und mögliche Unstimmigkeiten im Entscheidungsprozess richtet, nicht zwingend gegen das Ergebnis per se.
Vorwürfe zu Verfahrensfehlern und unzähliger Stimmen
In der Veröffentlichung bemängeln die Autoren um Georg Schäfer, dass bislang keine adäquate wissenschaftliche Begründung für die Ablehnung publiziert wurde. Schwerwiegende Vorwürfe blieben damit ungeklärt. Konkrete Kritikpunkte umfassen unter anderem den Verdacht, dass bei der Abstimmung ungültige Stimmen gezählt worden sein könnten. Zudem wird kritisiert, dass der einreichenden Anthropozän-Arbeitsgruppe keine Gelegenheit gegeben worden sei, auf Einwände einzugehen. Ein internes Gutachten, das der Arbeitsgruppe unfaire Behandlung bescheinigte, sei zudem unter Verschluss gehalten worden.
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Hintergrund: Die Debatte um das Anthropozän
Die Anthropozän-Arbeitsgruppe hatte über zehn Jahre hinweg umfangreiche empirische Daten gesammelt, um den Beginn der Epoche festzulegen. Als Startpunkt wurde das Jahr 1952 vorgeschlagen, maßgeblich gestützt auf radioaktive Rückstände von Atombombentests, die weltweit in Sedimenten nachweisbar sind. Kritiker des Konzepts führen hingegen an, dass menschliche Umwelteinflüsse wesentlich früher begannen oder dass ein Zeitraum von rund 70 Jahren im erdgeschichtlichen Kontext zu kurz für eine eigenständige geologische Epoche ist.
Weitere Informationen zu den laufenden Diskussionen und Forschungen rund um dieses Thema finden sich im Portal von MDR Wissen.
Quelle:
Anthropozän: Jenaer Forscher fordern Geologen-Union zu Transparenz auf
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.