Alte Handschriften entziffern: Volkshochschule Jena bietet Kurs für Ahnenforscher an

Jena, 29. Mai 2026 – Wer im Besitz alter Briefe, Tagebücher oder Urkunden der eigenen Familie ist, steht oft vor einer Barriere: Die historischen deutschen Handschriften sind für ungeübte Augen kaum lesbar. Ein neuer Kurs der Volkshochschule (vhs) Jena schafft hier Abhilfe und vermittelt die Grundlagen zur Entschlüsselung historischer Dokumente.

  • Was: Kurs „Handschriften aus Ur-Großmutters Zeiten lesen“
  • Wann: Ab Mittwoch, 3. Juni 2026, jeweils von 19:30 bis 21:00 Uhr (3 Abende)
  • Wo: Volkshochschule Jena, Grietgasse (Anfahrt via Google Maps)
  • Kontakt & Anmeldung: Telefon 03641 498200, E-Mail volkshochschule@jena.de oder online unter www.vhs-jena.de

Praktischer Mehrwert für die Ahnenforschung

Historische Dokumente wie Geburts- und Sterbeurkunden, Testamente oder persönliche Briefe sind oft die einzigen verbliebenen Zeugnisse früherer Generationen. Für die eigene Familien- und Ahnenforschung (Genealogie) ist die Fähigkeit, diese Texte eigenständig lesen zu können, von unschätzbarem Wert. Der Kurs vermittelt systematisch die Struktur und die charakteristischen Merkmale der alten Schreibschriften, sodass Teilnehmer lernen, die oft geschwungenen und eng geschriebenen Zeilen Schritt für Schritt selbst zu entziffern.

Termine und Service zur Anmeldung

Die Vermittlung erfolgt praxisnah an drei aufeinanderfolgenden Kursabenden. Die wichtigsten Daten für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Überblick:

  • Starttermin: Mittwoch, 3. Juni 2026
  • Uhrzeit: Jeweils von 19:30 bis 21:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Kursräume der Volkshochschule Jena in der Grietgasse
  • Anmeldung: Eine vorherige Registrierung ist zwingend erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die Anmeldung kann telefonisch, per E-Mail oder direkt über die Website der vhs Jena erfolgen.

📜 Historie & Schriftkunde: Kurrent und Sütterlin

Die deutsche Kurrentschrift war vom 16. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die gängige Schreibschrift im deutschsprachigen Raum. Sie zeichnet sich durch spitze Winkel und schräge Formen aus, weshalb sie umgangssprachlich auch als „Spitzschrift“ bekannt ist.

Im Jahr 1911 entwickelte der Grafiker Ludwig Sütterlin im Auftrag des preußischen Kulturministeriums eine modernisierte Variante. Diese „Sütterlinschrift“ wies weitere Kurven, größere Schlaufen und steilere Linien auf, um Kindern das Erlernen des Schreibens zu erleichtern. Ab 1915 wurde sie flächendeckend an Schulen eingeführt. Ihre Ära war jedoch kurz: Bereits 1941 verboten die Nationalsozialisten mit dem sogenannten „Normalschrifterlass“ die Verwendung der deutschen Schreibschriften im offiziellen Schriftverkehr und an Schulen und ersetzten sie durch die lateinische Schreibschrift.


Quelle:

Alte Handschriften lesen lernen


Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.