Jena, 14. Mai 2026. Die Stadt Jena treibt die kommunale Wärmeplanung voran und plant die Nutzung von gereinigtem Abwasser als zukunftsweisende Heizquelle. Bis zu 12.000 Haushalte sollen künftig auf diese Weise klimafreundlich versorgt werden.
- Projekt: Wärmegewinnung aus gereinigtem Abwasser für bis zu 12.000 Haushalte
- Zentraler Ort: Kläranlage Jena-Zwätzen
- Zeitplan: Umsetzung frühestens ab dem Jahr 2030 geplant
- Zusätzliche Option: Die Saale wird parallel als mögliche Wärmequelle geprüft
- Übergeordnetes Ziel: Umstellung auf erneuerbare Energien beim Heizen bis 2045
Wärmepumpen sollen Energie aus Abwasser gewinnen
Thüringer Kommunen stehen vor der enormen gesetzlichen und ökologischen Herausforderung, den Heizwärmebedarf bis zum Jahr 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. In Jena richtet sich der Blick dabei auf eine bisher oft ungenutzte Ressource: Das Abwasser. Konkret geht es um die Kläranlage im nördlichen Stadtteil Zwätzen. Dort soll dem bereits gereinigten Abwasser mithilfe von leistungsstarken Wärmepumpen Restwärme entzogen werden, bevor das Wasser in den natürlichen Kreislauf zurückfließt. Die so gewonnene Energie könnte anschließend direkt in das lokale Wärmenetz eingespeist werden, um zehntausende Bürger zu versorgen.
Umsetzung ab 2030 und alternative Konzepte
Trotz der vielversprechenden Potenziale müssen sich die Einwohner der Lichtstadt noch etwas gedulden. Die technische und infrastrukturelle Umsetzung dieses ambitionierten Projekts ist laut aktuellen Planungen frühestens für das Jahr 2030 vorgesehen. Neben dem Abwasser untersuchen die Planer derzeit auch weitere wasserbasierte Energiequellen. So steht insbesondere das Wasser der Saale im Fokus der Prüfungen. Fließgewässer können ähnlich wie Abwasser thermisch genutzt werden, um nachhaltige Heizenergie zu gewinnen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen maßgeblich zu senken.
Hintergründe zur Wärmeplanung und der Kläranlage Zwätzen
Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein der lokalen Energiewende. Jena, als wachsende Universitätsstadt mit einem weitläufigen Fernwärmenetz, das traditionell von Kraftwerken im Süden und Zentrum der Stadt gestützt wird, muss neue klimaneutrale Einspeisepunkte erschließen. Die Kläranlage in Jena-Zwätzen ist dabei strategisch und technisch ideal gelegen. Sie verarbeitet täglich enorme Mengen an Abwasser, das selbst nach dem Reinigungsprozess noch eine relativ konstante Resttemperatur aufweist. Dies sind perfekte Voraussetzungen für den effizienten Betrieb von industriellen Großwärmepumpen, die selbst geringe Temperaturunterschiede effektiv nutzbar machen. Auch die mögliche Nutzung der Saale knüpft an historische Praktiken an: Flüsse waren in Jena bereits im Mittelalter durch Wassermühlen wichtige lokale Energielieferanten.
Quelle:
Abwasser als Energiequelle: Jena sucht neue Wege beim Heizen
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