Jena, 16. Juli 2026 – Das weltweit älteste noch in Betrieb befindliche Großplanetarium, das ZEISS Planetarium Jena, öffnet pünktlich zu seinem 100. Jubiläum nach einer umfassenden technischen Modernisierung wieder seine Pforten. Besucher können sich auf ein hochmodernes Hybridsystem aus optischer Sternenprojektion und digitalem 8K-Kuppelkino freuen.
- Was: Wiedereröffnung des modernisierten ZEISS Planetariums
- Wann: Zum 100. Jubiläum am Samstag, 18. Juli 2026
- Wo: ZEISS Planetarium Jena, Am Planetarium 5, 07743 Jena
- Technische Highlights: 8K-Auflösung über 11 VELVET 4K-Projektoren, 3D-Soundsystem, überarbeiteter UNIVERSARIUM-Sternenprojektor
- Kontakt für Rückfragen: Telefon: +49 151 42112288, E-Mail: joachim.kuss@zeiss.com
Das „Wunder von Jena“ feiert ein Jahrhundert Technikgeschichte
Die weltweite Erfolgsgeschichte der Planetarien nahm in Thüringen ihren Anfang. Noch bevor 1924 der allererste Sternenprojektor im Deutschen Museum in München das Publikum in Staunen versetzte, zog eine provisorische Testinstallation auf dem Dach des Jenaer ZEISS-Werks mehr als 80.000 Menschen an. Entwickelt wurde die Technologie von Walther Bauersfeld. Jena zählte folglich zu den ersten Städten weltweit, die ein eigenes, festes Planetariumsgebäude errichteten.
Neben der Projektionstechnik ist das Gebäude selbst ein ingenieurtechnisches Meisterwerk. Bauersfeld entwickelte für das Jenaer Planetarium eine extrem leichte, dünne Kuppel in Schalenbauweise aus Stahlbeton. Diese revolutionäre Bauweise ermöglichte erst die freitragenden, sphärischen Hallen und prägt die Architektur von Kuppelbauten weltweit bis heute.
Technische Revolution: Hybrid-System und 8K-Auflösung
Herzstück der Modernisierung ist das neu installierte, weltweit führende Hybrid-System. Es verknüpft die präzise, optomechanische Projektion des klassischen Sternenhimmels mit modernster digitaler Bilddarstellung:
- Der Sternenprojektor: Der seit 1996 genutzte Projektor vom Typ ZEISS UNIVERSARIUM wurde von den Experten der ZEISS-Planetariumssparte komplett überholt. Neben einer intensiven Reinigung und Wartung aller optischen, mechanischen und elektrischen Komponenten wurden neue Sternenplatten montiert und die Planetenprojektoren auf energieeffiziente, brillante LED-Beleuchtung umgestellt.
- Das digitale Projektionssystem: Elf neu installierte VELVET 4K-Projektoren von ZEISS werfen ein gestochen scharfes Bild an die Kuppel, das eine Gesamtauflösung von 8K erreicht. Dank eines extremen Kontrastverhältnisses von 1:5.000.000 erzeugen die Projektoren ein absolut tiefes Schwarz. Die Sterne heben sich dadurch mit maximaler Leuchtkraft und Brillanz vom Hintergrund ab.
Einzigartiger 3D-Sound für immersive Erlebnisse
Zusätzlich zur visuellen Erneuerung wurde die Akustik im Kuppelsaal grundlegend aufgewertet. Ein europaweit einmaliges 3D-Soundsystem wurde installiert, das die Shows akustisch räumlich erlebbar macht. Dr. Nicole Nelles, Leiterin von ZEISS Planetariums, betont die Bedeutung des Standorts: „Das Jenaer ZEISS Planetarium ist das älteste noch in Betrieb befindliche der Welt und ein Höhepunkt der Technikgeschichte. Nach den Modernisierungsarbeiten verfügt es über eines der innovativsten Planetariumssysteme weltweit.“
Mit diesen zukunftsweisenden Upgrades festigt das Haus seine Rolle als Innovationstriber. Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Bildungsangeboten bietet das Planetarium auch Raum für moderne Kunst- und Entertainmentformate. Ein bekanntes Beispiel für diese Vielfalt ist das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte FullDome Festival im Planetarium Jena, das nationale und internationale Kunstschaffende anzieht.
🏛️ Historie & Gebäude: Die Erfindung der Zeiss-Dywidag-Schalenbauweise
Das Jenaer Planetarium ist nicht nur aufgrund seiner Projektionstechnik ein Denkmal von Weltrang, sondern auch wegen seiner Architektur. Um die riesige Kuppel mit einem Durchmesser von 23 Metern freitragend und kostengünstig zu überspannen, entwickelte der ZEISS-Ingenieur Walther Bauersfeld zusammen mit dem Bauunternehmen Dyckerhoff & Widmann (Dywidag) eine völlig neue Baumethode. Ein feines Netzwerk aus Stäben wurde mit einem dünnen Betonmantel von nur sechs Zentimetern Dicke besprüht.
Diese sogenannte „Zeiss-Dywidag-Schalenbauweise“ gilt als die Geburtsstunde des modernen Schalenbetonbaus. Sie war so stabil und leicht, dass sie Architekten weltweit inspirierte und den Bau von modernen Sportstadien, Bahnhofshallen und Opernhäusern im 20. Jahrhundert überhaupt erst möglich machte.
Quelle:
Brilliante Sterne, helle Planeten und spektakuläre Galaxien
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