Zeiss Meditec in Jena: Stellenabbau und Sparprogramm

Jena, 16. August 2026 – Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat sein angekündigtes Sparprogramm konkretisiert und rechnet weltweit mit 600 bis 700 wegfallenden Arbeitsplätzen. Für den Hauptsitz in Jena, an dem rund 640 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist das genaue Ausmaß der Einschnitten derzeit noch offen.

  • Ereignis: Konkretisierung des globalen Sparprogramms durch Carl Zeiss Meditec
  • Stellenabbau: Weltweit 600 bis 700 Arbeitsplätze betroffen (zuvor bis zu 1.000)
  • Standort Jena: Rund 640 Beschäftigte; konkrete Zahlen zu Einschnitten stehen noch aus
  • Hauptgründe: Schwächelnde Geschäfte in China und den USA sowie sinkender Gewinn

Wirtschaftliche Gründe und schwächelnde Märkte

Finanzvorstand Justus Felix Wehmer verwies bei der Vorstellung der Quartalszahlen vor allem auf rückläufige Geschäfte in China und den USA. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 sank der Konzernumsatz um 2,9 Prozent auf 1,554 Milliarden Euro. Besonders die Augenheilkunde belastet die Bilanz, da hier die Erlöse um 4,8 Prozent zurückgingen. Unter anderem verlor eine wichtige bifokale Linse ihren Platz in einem staatlichen chinesischen Beschaffungsverfahren.

Zudem sank das bereinigte EBITA im Neunmonatszeitraum deutlich von 177 auf 124,5 Millionen Euro, und die entsprechende Marge fiel von 11,1 auf 8,0 Prozent. Um die Ertragslage nachhaltig zu sichern, treibt das Unternehmen nun strukturelle Veränderungen voran.

Unklarheit für die Mitarbeiter am Standort Jena

Für die 640 Beschäftigten in Jena herrscht vorerst Ungewissheit. Das Unternehmen führt derzeit Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Gleichzeitig prüft der Konzern, ob betroffene Mitarbeiter innerhalb der Unternehmensgruppe in andere Bereiche – wie etwa die Halbleitersparte, die weiterhin Personalbedarf meldet – vermittelt werden können. Im Rahmen der internationalen Umstrukturierung plant Carl Zeiss Meditec zudem, Produktion und Entwicklung stärker in Regionen mit niedrigeren Kosten wie Indien und China zu verlagern.

Eckdaten zum globalen Sparprogramm

Das bis zum Geschäftsjahr 2028/29 angelegte Programm soll die Ergebnisbasis des Konzerns signifikant verbessern:

  • Zielsetzung: Jährliche Ergebnisverbesserung um mehr als 200 Millionen Euro.
  • Infrastrukturkosten: Rund 40 Millionen Euro der Einsparungen werden allein zum Ausgleich gestiegener IT- und Infrastrukturkosten sowie für den neuen High-Tech-Standort benötigt.
  • Netto-Effekt: Mehr als 160 Millionen Euro sollen als dauerhafte Ergebnisverbesserung verbleiben.
  • Prognose: Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITA-Marge von 8 bis 10 Prozent.

Hintergrund: Die Bedeutung von Zeiss für Jena

Der Name Carl Zeiss ist seit über einem Jahrhundert untrennbar mit der Lichtstadt Jena und der regionalen Wirtschaft verbunden. Als einer der größten Arbeitgeber und Treiber von Innovationen in Thüringen prägt der Technologiekonzern maßgeblich den Ruf der Region als Hochtechnologie-Standort. Entsprechend sensibel reagieren Politik, Arbeitnehmervertretungen und die Öffentlichkeit auf angekündigte Restrukturierungen und Personalüberprüfungen am Stammwerk.


Quelle:

Carl Zeiss Meditec streicht bis zu 700 Jobs – auch Jena muss mit Einschnitten rechnen


Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.