- Aktion: Landesweite Warnstreiks von Verdi und GEW in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
- Beteiligung: Rund 1.000 Teilnehmende bei zentraler Kundgebung in Jena.
- Betroffene Bereiche: Landesbehörden, Hochschulen, Kitas des Studierendenwerks und das Universitätsklinikum Jena (UKJ).
- Forderungen: 7 % mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro monatlich.
- Ausblick: Fortsetzung der Tarifverhandlungen am heutigen Mittwoch in Potsdam.
Jena (11.02.2026) – Der Druck im Tarifkessel steigt: Am gestrigen Dienstag verwandelte sich die Jenaer Innenstadt zeitweise in ein Meer aus Trillerpfeifen und Fahnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten zu umfassenden Warnstreiks aufgerufen, um ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde der Länder Nachdruck zu verleihen. Die Auswirkungen waren im gesamten Stadtgebiet deutlich spürbar.
Ein Zeichen der Stärke: 1.000 Streikende auf der Straße
Nach Angaben der Gewerkschaften folgten allein in Thüringen rund 1.000 Landesbeschäftigte dem Streikaufruf. Der Schwerpunkt des Protests lag dabei eindeutig in Jena. Hier versammelten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Bereiche zu einer zentralen Kundgebung, um für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung zu demonstrieren. Die Botschaft an die Arbeitgeberseite war unmissverständlich: Ohne ein deutlich nachgebessertes Angebot wird der öffentliche Dienst weiter unbequem bleiben.
Betroffen waren weite Teile der öffentlichen Infrastruktur. Neben Angestellten aus Schulen, Horten und Hochschulen legten auch Erzieherinnen und Erzieher der Kindergärten des Studierendenwerks die Arbeit nieder. Für viele Eltern in Jena bedeutete dies, kurzfristig eine alternative Betreuung organisieren zu müssen – eine logistische Herausforderung mitten in der Arbeitswoche.
Verkehrschaos und Notbetrieb am Klinikum
Die Demonstrationszüge durch die Jenaer Innenstadt führten erwartungsgemäß zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Gerade in der Saalestadt, die durch ihre Topografie verkehrstechnisch ohnehin oft am Limit operiert, sorgten die Sperrungen und der langsame Demonstrationszug für Staus und Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. Pendler und Autofahrer brauchten am Dienstagvormittag viel Geduld.
Besonders sensibel war die Lage am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Auch hier traten Beschäftigte in den Warnstreik, um auf die Belastungen im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen. Trotz des Ausstands blieb die Sicherheit der Patienten jedoch oberste Priorität. Wie das Klinikum mitteilte, war die Versorgung von Notfällen sowie lebenswichtige Behandlungen durch entsprechende Notdienstvereinbarungen jederzeit gewährleistet. Dennoch kam es im regulären Betriebsablauf zu Verzögerungen und Einschränkungen.
Hintergrund: Die Forderungen im Detail
Der Arbeitskampf ist Teil einer länderübergreifenden Strategie. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt kam es zu massiven Arbeitsniederlegungen, unter anderem an der Uniklinik Leipzig und in Halle. Hintergrund sind die zähen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder.
Die Gewerkschaften Verdi und GEW fordern konkret:
- Eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent.
- Einen Mindestbetrag von 300 Euro mehr pro Monat, um insbesondere untere Einkommensgruppen vor der Inflation zu schützen.
- Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen, etwa durch angepasste Arbeitszeitenregelungen.
Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hatte die bisherigen Streikmaßnahmen scharf kritisiert und auf bereits vorgelegte Eckpunkte verwiesen, die von den Gewerkschaften jedoch als unzureichend zurückgewiesen wurden.
Blick nach Potsdam: Einigung oder Eskalation?
Nach dem gestrigen Machtbeweis richten sich heute alle Augen nach Potsdam. Dort kommen die Verhandlungspartner am heutigen Mittwoch zur nächsten Runde zusammen. Die Gewerkschaften hoffen, durch die hohe Streikbeteiligung in Mitteldeutschland genügend Druck aufgebaut zu haben, um ein verhandlungsfähiges Angebot zu erzwingen. Sollte auch diese Runde ohne Annäherung enden, drohen in den kommenden Wochen weitere, möglicherweise noch umfangreichere Streiks, die das öffentliche Leben in Jena erneut empfindlich treffen könnten.
Wir halten Sie über die Ergebnisse der Verhandlungen auf dem Laufenden.
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