Thüringen, 27. Mai 2026 – Die aktuelle Auswertung der bundesweiten Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ offenbart einen besorgniserregenden Trend im Freistaat: Vor allem die Bestände von Spatzen und Schwalben gehen in Thüringen weiter spürbar zurück.
- Ereignis: Ergebnisse der Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ 2026
- Herausgeber: NABU Thüringen
- Teilnehmer: Über 1.700 aktive Bürgerinnen und Bürger im Freistaat
- Zentraler Befund: Nur noch durchschnittlich 28,45 Vögel pro Garten erfasst
Spatzen und Schwalben im Sinkflug
Die Zählung im Mai zeigt einen deutlichen Negativtrend für mehrere bekannte Vogelarten in Thüringen. Nach Angaben des NABU Thüringen sanken insbesondere die Meldungen für den Haussperling (Spatz) und den Feldsperling drastisch. Auch andere vertraute Arten wie der Mauersegler, die Mehlschwalbe und die Amsel wurden von den Teilnehmern seltener registriert.
Trotz des Rückgangs belegt der Haussperling mit insgesamt 5.010 Sichtungen weiterhin den Spitzenplatz der am häufigsten gemeldeten Vögel im Freistaat. Die fünf meistgezählten Arten in Thüringen sind:
- Haussperling: 5.010 Meldungen
- Kohlmeise: 2.559 Meldungen
- Amsel: 2.533 Meldungen
- Star: 2.250 Meldungen
- Blaumeise: 2.077 Meldungen
Ein leichter Aufwärtstrend lässt sich hingegen bei den Finken beobachten: Die Sichtungen von Grünfink und Buchfink fielen im Vergleich zum Vorjahr etwas positiver aus.
Die Ursachen für den Vogelschwund
Der NABU Thüringen sieht eine Kombination aus verschiedenen Umweltfaktoren als Hauptgrund für das Verschwinden der Vögel in städtischen und ländlichen Räumen:
- Nahrungsmangel durch Insektensterben: Durch den massiven Rückgang von Insekten fehlt vielen heimischen Vögeln die primäre Proteinquelle für die Aufzucht ihrer Jungtiere.
- Schwindende Lebensräume im urbanen Raum: Durch zunehmende Flächenversiegelung und sterile Gartenstrukturen gehen wertvolle Schutz- und Futterräume verloren.
- Moderne Gebäudesanierungen: Die energetische Sanierung von Gebäuden verschließt oft unbewusst Brutnischen unter Dächern oder an Fassaden, die insbesondere Schwalben und Mauersegler dringend benötigen.
🛡️ Ratgeber: So wird Ihr Garten zum vogelfreundlichen Paradies
Jeder Garten- und Balkonbesitzer kann mit einfachen Maßnahmen aktiv dazu beitragen, den Lebensraum für Vögel zu verbessern. Der NABU empfiehlt:
- Heimische Pflanzen bevorzugen: Setzen Sie auf regionale Sträucher, Stauden und Wildblumen. Diese bieten nicht nur direkt Nahrung, sondern ziehen auch nützliche Insekten an.
- Mut zur Wildnis haben: Lassen Sie eine „wilde Ecke“ im Garten mit hohem Gras, Totholz und Laub liegen. Dies fördert Kleinstlebewesen und bietet Versteckmöglichkeiten.
- Frisches Wasser bereitstellen: Eine flache Vogeltränke (täglich frisch befüllt und gereinigt) rettet an heißen Tagen Leben und wird gern zur Gefiederpflege genutzt.
- Nisthilfen anbringen: Künstliche Nistkästen an Hauswänden oder Bäumen können fehlende natürliche Brutplätze kompensieren.
- Vogelfreundlich sanieren: Planen Sie bei Bauarbeiten am Haus gezielt Niststeine oder spezielle Einbaunischen für Gebäudebrüter ein.
Quelle:
Weniger Spatzen und Schwalben in Thüringen gezählt
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.