Das Wichtigste in Kürze
- Entdeckung: Ein Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat das Vogelgrippevirus H5N1 auf King George Island (Antarktis) nachgewiesen.
- Betroffene Tiere: Gefunden wurden unter anderem tote Raubmöwen (Skuas) und Riesensturmvögel.
- Die Gefahr: Experten befürchten verheerende Folgen für Pinguinkolonien, die aufgrund ihrer Dichte besonders anfällig sind.
- Dunkelziffer: Da Aasfresser Kadaver schnell beseitigen, gehen die Wissenschaftler von weit höheren Sterberaten aus.
Jena (30.01.2026) – Nachrichten aus der ferne Antarktis erreichen die Saalestadt, und sie geben Anlass zur Sorge. Ein Team aus Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist mit beunruhigenden Daten von einer Forschungsreise zurückgekehrt. Die einst als isoliert geltende Eiswelt ist nicht länger vor globalen Krankheitserregern sicher. Das Vogelgrippevirus H5N1 breitet sich nun auch in der Antarktis aus, wie die Jenaer Experten bestätigen.
Jenaer Expedition findet tote Vögel
Im Zentrum der aktuellen Erkenntnisse steht eine Expedition des Instituts für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Universität Jena. Auf King George Island, einer Insel nahe der Nordküste des antarktischen Festlands, machten die Forscher traurige Funde. Christina Braun, Teil des Jenaer Teams, berichtete von insgesamt 52 toten Tieren, die während der Reise zu Beginn des Jahres entdeckt wurden.
„Irgendwas passiert dort“, fasst Braun die Beobachtungen zusammen. Die Laborergebnisse bestätigten den Verdacht: Das hochpathogene Vogelgrippevirus H5N1 ist verantwortlich. Betroffen waren vor allem Skuas (Raubmöwen), aber auch südliche Riesensturmvögel und Antarktisseeschwalben. Dies markiert eine gefährliche Entwicklung, da das Virus erstmals im Oktober 2023 in der weiteren antarktischen Region nachgewiesen wurde und sich nun offenbar etabliert.
Gefahr für Pinguine und hohe Dunkelziffer
Die offiziellen Zahlen der gefundenen Kadaver sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Markus Bernhardt-Römermann, Kollege von Braun an der Uni Jena, warnt davor, die Situation zu unterschätzen. „Man kann davon ausgehen, dass sehr viel mehr Individuen betroffen sind, als gefunden worden sind“, erklärt der Experte. Der Grund liegt in der Nahrungskette der Region: Viele Aasfresser beseitigen Tierkadaver extrem schnell, oft bevor Forscher diese registrieren oder beproben können.
Besonders alarmierend ist die Prognose für die Pinguinpopulationen. Pinguine brüten in riesigen Kolonien und stehen oft dicht an dicht, um sich gegenseitig vor der extremen Kälte zu schützen. Was für das Überleben im Eis notwendig ist, wird bei einer Epidemie zum Verhängnis: Die Ansteckung, die ähnlich wie bei der menschlichen Grippe über Speichel und Ausscheidungen erfolgt, kann sich in solch engen Gruppen rasend schnell verbreiten. Die Jenaer Forscher schließen nicht aus, dass ganze lokale Populationen aussterben könnten, sollte das Virus „durchschlagen“.
Hintergrund: Wie das Virus reist
Wie gelangt ein Virus in einen der entlegensten Winkel der Erde? Die Antwort liegt in der Mobilität der Vögel selbst. Viele der betroffenen Arten sind Zugvögel, die in nördlicheren Gefilden überwintern oder die Küsten Südamerikas ansteuern. Es wird vermutet, dass sich die Tiere dort infizieren und den Erreger in die Antarktis tragen. Da in der Antarktis nur etwa zwei Prozent der Fläche eisfrei sind, konzentriert sich das Brutgeschehen auf sehr begrenztem Raum, was die Virenübertragung zusätzlich begünstigt.
Die Arbeit der Jenaer Wissenschaftler ist essenziell, um diese globalen ökologischen Zusammenhänge zu verstehen. Sie zeigt, dass lokale Forschung aus Thüringen einen wichtigen Beitrag zur Überwachung des weltweiten Biodiversitätsverlustes leistet. Die Universität Jena bleibt an dem Thema dran, um die weiteren Entwicklungen in der Südpolarregion zu dokumentieren.
Bleiben Sie gesund und informiert.
Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.