Jena, 13. April 2026. Ein bedeutender historischer Fund bereichert die städtische Kunstsammlung: Eine während der NS-Zeit verschollene Lithografie des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner ist nach Jena zurückgekehrt. Das Werk tauchte überraschend auf dem Kunstmarkt auf und konnte für die Stadt gesichert werden.
- Ereignis: Rückkehr eines verschollenen Kunstwerks in die Kunstsammlung Jena
- Künstler: Ernst Ludwig Kirchner (Expressionismus)
- Besonderheit: Beidseitig bedruckte Lithografie
- Motiv: Botho Graef (Vorderseite) und Hugo Biallowons (Rückseite)
- Finanzierung: Erwerb mit Unterstützung mehrerer Stiftungen
Ein Stück Stadt- und Kunstgeschichte
Bei dem wiederentdeckten Werk handelt es sich um eine Lithografie, die gleich doppelt von historischem und lokalem Interesse ist. Auf der Vorderseite hat Ernst Ludwig Kirchner den Kunstsammler, Archäologen und engen Freund Botho Graef porträtiert. Die Rückseite zeigt Hugo Biallowons, den Lebenspartner von Graef. Durch die überraschende Entdeckung auf dem freien Kunstmarkt bot sich der Stadt Jena die seltene Gelegenheit, dieses Stück eigener Historie zurückzugewinnen. Mehrere Stiftungen bündelten dafür ihre finanziellen Mittel, um den Ankauf für die Kunstsammlung Jena zu ermöglichen.
Verlust in der NS-Zeit
Die Lithografie ist nicht irgendein Werk, sondern gehört zu einer umfangreichen Schenkung, die Kirchner der Stadt Jena im Jahr 1918 überließ. Diese umfasste ursprünglich rund 260 Arbeiten. Das tragische Schicksal dieser Sammlung ereilte sie während der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Großteil der expressionistischen Arbeiten wurde damals als „entartete Kunst“ diffamiert, konfisziert und ging in der Folge verloren. Mit dem aktuellen Ankauf schließt sich zumindest für dieses eine Werk ein über acht Jahrzehnte währender Kreislauf des Verlustes.
Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) war ein Mitbegründer der berühmten Künstlergruppe „Die Brücke“ und zählt zu den prägendsten Figuren des deutschen Expressionismus. Zu Jena pflegte er eine besondere Beziehung, die maßgeblich durch den Kunsthistoriker Botho Graef geprägt war. Graef gehörte zu Kirchners wichtigsten Förderern. Nach dem frühen Tod Graefs stiftete Kirchner zu dessen Andenken 1918 ein umfangreiches Konvolut seiner Werke an den Jenaer Kunstverein – den Grundstock der sogenannten Botho-Graef-Stiftung. Die Beschlagnahmungswelle der Nationalsozialisten im Jahr 1937 stellte für die Jenaer Kunstsammlung einen beispiellosen Aderlass dar, bei dem hunderte unersetzliche Meisterwerke der Avantgarde aus den städtischen Beständen gerissen wurden.
Quelle:
Verschollenes Kirchner-Kunstwerk kehrt nach Jena zurück
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