Das Wichtigste auf einen Blick
- Forschungsteam: Geleitet von Diego Volosky (Friedrich-Schiller-Universität Jena).
- Fundort: Atacama-Wüste, Nordchile.
- Zeitraum: Trias (vor ca. 252 bis 201 Millionen Jahren).
- Entdeckung: Hochkomplexes Ökosystem mit Fischen, Haien, Insekten und Pflanzen.
- Bedeutung: Seltener Einblick in die Erholung des Lebens nach dem Massenaussterben.
Jena (03.02.2026) – Einem internationalen Forschungsteam unter der Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in Südamerika ein bemerkenswerter wissenschaftlicher Durchbruch gelungen. In der chilenischen Atacama-Wüste entdeckten die Wissenschaftler eine außergewöhnlich gut erhaltene Fossillagerstätte, die einen detaillierten Blick in eine längst vergangene Epoche der Erdgeschichte gewährt.
Ein Fenster in die Trias-Zeit
Was die Forscher im Norden Chiles fanden, wird in Fachkreisen bereits als „kleine Sensation“ gehandelt. Unter der Leitung von Diego Volosky vom Institut für Geowissenschaften der Universität Jena legte das Team Fossilien frei, die ein komplettes Nahrungsnetz eines urzeitlichen Süßwassersees abbilden. Zu den Funden gehören nicht nur Pflanzen und Weichtiere, sondern auch Insekten, Süßwasserkrebse, Fische und sogar Haie.
Die Bedeutung dieses Fundes liegt vor allem in der Qualität der Erhaltung. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, erläutert Volosky. Die Funde stammen aus der Trias, einer erdgeschichtlichen Periode vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit waren die heutigen Kontinente Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis noch im gigantischen Südkontinent Gondwana vereint.
Perfekte Konservierung durch Sauerstoffarmut
Dass die Überreste über mehr als 200 Millionen Jahre so gut überdauerten, ist einer geologischen Besonderheit zu verdanken. Die damaligen Ablagerungsbedingungen in den tiefen Bereichen des Sees waren extrem ruhig. Feinkörnige Sedimente legten sich sanft über die sterbenden Organismen, und sauerstoffarme Bedingungen am Gewässergrund verhinderten, dass Aasfresser oder Bakterien die Überreste zersetzten.
Dieser Glücksfall der Natur ermöglicht es den Jenaer Forschern heute, selbst filigrane Strukturen zu analysieren. So blieben beispielsweise Insekten vollständig erhalten, und bei Fischskeletten sind sogar noch Hautabdrücke erkennbar. Auch die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen konnten identifiziert werden. Diese Detailfülle erlaubt eine präzise Rekonstruktion des damaligen Lebensraums, sowohl im Wasser als auch in der Uferregion.
Jenaer Expertise weltweit gefragt
Das Projekt unterstreicht die internationale Relevanz der geowissenschaftlichen Forschung aus Jena. Neben Diego Volosky ist auch die Mikropaläontologin Olga Schmitz beteiligt, die sowohl an der Universität Jena als auch am dortigen Max-Planck-Institut für Geoanthropologie forscht. Ihre Expertise war entscheidend, um sogenannte Ostrakoden (winzige Muschelkrebse, oft kleiner als einen Millimeter) aus den Gesteinsproben zu extrahieren.
Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie an der Universität Jena, bezeichnet die Zusammenarbeit als „Glücksfall“. Die jetzt im Fachmagazin „Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology“ veröffentlichten Ergebnisse seien erst der Anfang eines größeren Forschungsprojekts. In kommenden Studien wollen die Wissenschaftler die Funde weiter klassifizieren und bestimmen. Einige der entdeckten Insekten und Fische stellen bereits jetzt Neufunde für die Region dar.
Lehren für die Gegenwart
Über die reine Bestimmung neuer Arten hinaus hat der Fund auch eine übergeordnete wissenschaftliche Relevanz. Die Trias folgte auf das größte bekannte Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums. Die Untersuchung dieses fossilen Ökosystems hilft den Forschern zu verstehen, wie sich das Leben nach globalen Katastrophen erholt und an neue Umweltbedingungen anpasst. Die Auswertung der Daten aus der Atacama-Wüste könnte somit langfristige Muster aufzeigen, die auch für das Verständnis heutiger ökologischer Veränderungen von Bedeutung sind.
Die Universität Jena festigt mit diesem Erfolg ihren Ruf als ein bedeutendes Zentrum für geowissenschaftliche und paläontologische Forschung auf internationaler Ebene.
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