Sensationeller Fund: Jenaer Forscher entdecken Urzeit-Schatz in Chile

  • Forschungsteam: Friedrich-Schiller-Universität Jena & internationale Partner
  • Leitung: Diego Volosky (Uni Jena)
  • Fundort: Atacama-Wüste, Chile
  • Zeitalter: Trias (vor ca. 252 bis 201 Mio. Jahren)
  • Funde: Insekten, Fische, Pflanzen, Haie, Süßwasserkrebse

Jena, 01.02.2026. In der Wissenschaftsstadt Jena knallen sprichwörtlich die Sektkorken – zumindest in den Fluren des Instituts für Geowissenschaften. Einem Forschungsteam unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität ist im fernen Südamerika ein bemerkenswerter Schlag gelungen. In der chilenischen Atacama-Wüste entdeckten die Wissenschaftler eine Fossillagerstätte, die in ihrer Vielfalt und Erhaltung als echte Sensation gilt.

Ein Fenster in die Trias geöffnet

Was Diego Volosky und sein Team in der unwirtlichen Trockenheit der Atacama-Wüste freilegten, liest sich wie ein Best-of der Urzeit. Es handelt sich um eine „ungewöhnlich reiche Fossillagerstätte“, die einen detaillierten Blick in ein längst vergangenes Ökosystem erlaubt. Gefunden wurden versteinerte Zeugen aus der Trias, jener erdgeschichtlichen Periode vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren, die oft im Schatten der populären Dinosaurier-Ära steht, aber für die Entwicklung des Lebens auf der Erde fundamental war.

Die Liste der Funde ist beeindruckend: Neben Pflanzen und Insekten konnten die Jenaer Forscher gemeinsam mit Kollegen aus Chile und Argentinien auch Süßwasserkrebse, Weichtiere, Fische und sogar Überreste von Haien identifizieren. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, ordnet Projektleiter Diego Volosky von der Universität Jena die Bedeutung des Fundes ein. Die Ergebnisse dieser akribischen Arbeit wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift „Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology“ der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Perfekte Konservierung im Ur-See

Dass wir heute, über 200 Millionen Jahre später, einen so klaren Blick auf diese Lebewesen werfen können, ist einer Laune der Natur zu verdanken. Die Fundstelle war zur Zeit des Superkontinents Gondwana – als Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis noch eine riesige Landmasse bildeten – ein Süßwassersee. Die Bedingungen am Grund dieses Gewässers waren ideal für die Ewigkeit: Feinkörnige Sedimente und eine sauerstoffarme Umgebung sorgten dafür, dass die toten Organismen nicht von Aasfressern vertilgt wurden oder verwesten.

„So blieben Insekten vollständig erhalten, außerdem Fischskelette mit Hautabdrücken und die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen“, erläutert Volosky. Diese Detailtreue erlaubt es den Paläontologen, nicht nur einzelne Arten zu bestimmen, sondern ein komplexes Nahrungsnetz zu rekonstruieren. Der Fundort liefert Dokumente des Lebens sowohl aus dem Wasser als auch vom umliegenden Land und bietet damit einen der seltensten Einblicke in ein Paläoökosystem der südlichen Hemisphäre.

Jenaer Expertise weltweit gefragt

Der Fund unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Jenas als internationaler Forschungsstandort. Neben der Universität ist auch das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie involviert. Die Mikropaläontologin Olga Schmitz, die an beiden Institutionen forscht, beschreibt ihre Arbeit als „unglaubliche Gelegenheit“. Mit ihrer Spezialisierung auf die Präparation von Mikrofossilien gelang es ihr, sogenannte Ostrakoden (winzige Muschelkrebse) aus den Gesteinsproben zu extrahieren.

Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena, spricht von einem „Glücksfall“ für sein Team. Dass sich Diego Volosky der Jenaer Arbeitsgruppe angeschlossen habe, trage nun Früchte, die weit über Thüringen hinaus Beachtung finden. Für die „Lichtstadt“ Jena ist dies eine Bestätigung ihrer Exzellenz in den Naturwissenschaften.

Forschung mit Relevanz für die Zukunft

Doch warum ist das Wühlen in 200 Millionen Jahre altem Gestein heute noch wichtig? Die Antwort liegt in den Parallelen zur Gegenwart. Die Trias folgte auf das größte Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums. Die Untersuchung, wie sich das Leben damals erholte und auf globale Umweltveränderungen reagierte, liefert wichtige Daten für das Verständnis heutiger Klimawandel-Szenarien und ökologischer Krisen.

Die aktuellen Veröffentlichungen sind laut Frenzel erst der Auftakt. Das Team wird sich nun darauf konzentrieren, die paläoökologischen Rekonstruktionen zu verfeinern. Man darf gespannt sein, welche Geheimnisse die Gesteine aus Chile unter den Mikroskopen in Jena noch preisgeben werden.

Wir gratulieren dem Team der Universität Jena zu diesem herausragenden Erfolg und bleiben an den weiteren Entwicklungen dran.


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