UKJ vernetzt Geburtskliniken in Thüringen per Telemedizin

Jena, 23.07.2026: Als Reaktion auf historisch niedrige Geburtenzahlen in Thüringen setzt das Universitätsklinikum Jena (UKJ) gemeinsam mit dem Thüringer Gesundheitsministerium auf die Digitalisierung der Geburtsmedizin. Mit Fördermitteln des Landes wird ein telemedizinisches Netzwerk aufgebaut, das Spezialwissen landesweit verfügbar machen soll.

  • Projekt: Aufbau eines digitalen Netzwerks für Geburtskliniken
  • Zentraler Akteur: Universitätsklinikum Jena (UKJ)
  • Förderung: Rund 1,4 Millionen Euro durch das Land Thüringen
  • Zielhorizont: Flächendeckender Einsatz bis Ende 2027

Antwort auf den Geburtenrückgang in Thüringen

Im Jahr 2025 verzeichnete Thüringen mit rund 11.500 Neugeborenen einen historischen Tiefstand. Aufgrund des demografischen Wandels und der Schließung mehrerer Geburtsstationen – etwa in Sonneberg, Greiz, Hildburghausen und Sömmerda – stehen verbleibende Kliniken vor der Herausforderung, die Versorgungsqualität bei sinkenden Fallzahlen auf höchstem Niveau zu halten. Das Universitätsklinikum Jena nimmt hierbei als Maximalversorger eine zentrale Rolle ein.

Ziele und Kernaufgaben des Telemedizin-Netzwerks

Um allen Schwangeren und Neugeborenen im Freistaat eine optimale Betreuung zu garantieren, verfolgt das vom UKJ koordinierte Netzwerk klare medizinische und organisatorische Ziele:

  • Telemedizinische Rufbereitschaft: Erfahrene Fachärzte der Jenaer Geburtsmedizin stehen kleineren Geburtskliniken rund um die Uhr per Videoschaltung für Konsultationen bei Notfällen und komplexen Geburten zur Seite.
  • Gezielte Weiterbildung: Das UKJ steuert und koordiniert Schulungsprogramme für Geburtshelferinnen, Hebammen und Mediziner, um den Wissenstransfer in die Regionen dauerhaft zu stärken.
  • Qualitätssicherung: Einheitliche Behandlungsstandards und rasche Expertise bei Risiko- und Frühgeburten sichern die medizinische Versorgung direkt vor Ort.

Prof. Ekkehard Schleußner, Direktor der Jenaer Uniklinik für Geburtsmedizin, betont die Dringlichkeit der Maßnahme: Jedes in Thüringen geborene Kind müsse unabhängig vom Geburtsort die bestmögliche medizinische Betreuung erhalten können.

Hintergrund: Geburten-Rekordtief in Thüringen

Nach Erhebungen des Statistischen Landesamts ist die Zahl der Geburten in Thüringen zwischen 1991 und 2024 um 35 Prozent eingebrochen. 2025 erreichte der Wert mit etwa 11.500 Kindern den tiefsten je gemessenen Stand. Grund dafür ist primär der Rückgang von Frauen im gebärfähigen Alter. Die schrumpfende Betreuungsquote zwingt die Versorgungslandschaft zu neuen Wegen der Kooperation, um dezentrale Strukturen durch digitale Spezialisierung zu stützen.


Quelle:

Uniklinik Jena: Geburtskliniken per Telemedizin vernetzt


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