Hoffnungsträger aus dem Labor: UKJ meldet 100. CAR-T-Zell-Therapie

Jena (07.01.2026) – Es ist eine Nachricht, die Mut macht und die medizinische Spitzenstellung Jenas in Mitteldeutschland unterstreicht: Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat einen bedeutenden Meilenstein in der Krebsbehandlung erreicht. Wie am Dienstag bekannt wurde, führten die Spezialisten in Lobeda nun bereits die 100. sogenannte CAR-T-Zell-Therapie durch. Das Verfahren gilt als eine der komplexesten und modernsten Waffen der Medizin im Kampf gegen bestimmte Formen von Blutkrebs.

Hightech-Medizin im Stadtteil Lobeda

Für das größte Thüringer Krankenhaus ist diese Zahl mehr als nur eine Statistik. Sie steht für etablierte Routinen in einem hochgradig spezialisierten Feld, das enorme Anforderungen an Logistik, Laborausstattung und ärztliche Expertise stellt. Die Behandlung wird in der Klinik für Innere Medizin II durchgeführt, die auf Hämatologie und internistische Onkologie spezialisiert ist. Dass diese innovative Therapieform am Standort in Neulobeda nun dreistellig angewendet wurde, festigt den Ruf des UKJ als eines der führenden Krebszentren (Comprehensive Cancer Center) in der Bundesrepublik.

Die CAR-T-Zell-Therapie ist keine Tablette und keine einfache Infusion, sondern eine maßgeschneiderte Immuntherapie. Dabei werden dem Patienten zunächst eigene weiße Blutkörperchen (T-Zellen) entnommen. Diese Zellen werden im Labor gentechnisch so verändert, dass sie auf ihrer Oberfläche spezielle Rezeptoren (Chimäre Antigen-Rezeptoren, kurz CAR) tragen. Wieder in den Körper des Patienten zurückgegeben, wirken diese „scharfgestellten“ Zellen wie ein lebendes Medikament: Sie erkennen die Krebszellen und vernichten sie gezielt.

Ein Verfahren für schwierige Fälle

Die Therapie kommt oft dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Methoden wie Chemotherapie oder Bestrahlung nicht mehr wirken. Insbesondere bei aggressiven Lymphomen oder bestimmten Leukämieformen gilt sie als Hoffnungsträger, wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft scheinen. Der Prozess ist jedoch aufwendig und für den Körper des Patienten eine Herausforderung, weshalb die enge Anbindung an die Intensivmedizin und spezialisierte Stationen am UKJ unabdingbar ist.

  • Entnahme der patienteneigenen T-Zellen (Leukapherese).
  • Genetische Umprogrammierung im Speziallabor.
  • Rückgabe der Zellen an den Patienten nach einer vorbereitenden Chemotherapie.
  • Engmaschige Überwachung auf mögliche Nebenwirkungen.

Bedeutung für die Region

Mit der 100. Behandlung dieser Art zeigt das Klinikum, dass Patienten aus Jena und dem gesamten Freistaat Thüringen Zugang zu weltweit führenden Therapiemethoden haben, ohne weite Wege in andere Metropolen auf sich nehmen zu müssen. Die Etablierung solch komplexer Verfahren sichert nicht nur die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, sondern stärkt auch den Wissenschaftsstandort Jena, an dem Forschung und klinische Anwendung Hand in Hand gehen.

Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist die Zahl 100 vor allem eines: Ein Signal, dass auch in vermeintlich aussichtslosen Situationen der medizinische Fortschritt neue Türen öffnen kann.