Europäisches Projekt TransEuroOGS: Jena erhält Bodenstation für abhörsichere Quantenkommunikation

Jena, 19. Mai 2026. Jena wird zum zentralen Knotenpunkt für die europäische Cybersicherheit der Zukunft. Im Rahmen des 18-Millionen-Euro-Projekts „TransEuroOGS“ entsteht in der Saalestadt eine von europaweit acht optischen Bodenstationen für abhörsichere Quantenkommunikation.

  • Projektname: TransEuroOGS
  • Projektziel: Abhörsichere Kommunikation zwischen Satelliten und terrestrischen Netzen
  • Technologie: Quantenschlüsselverteilung (QKD)
  • Standorte: Acht Bodenstationen in Deutschland (inkl. Jena), Griechenland, Irland und Luxemburg
  • Budget: ca. 18 Millionen Euro (finanziert durch EU und beteiligte Mitgliedstaaten)
  • Koordination: Torsten Siebert, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) Jena

Aufbau eines europäischen Sicherheitsnetzes

Die europäische Kommunikationsinfrastruktur soll künftig massiv gegen Hacker-Angriffe abgesichert werden. Dafür startete Ende April mit Auftaktveranstaltungen in Berlin und Jena das Projekt TransEuroOGS. Insgesamt 15 Partner – darunter Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, nationale Weltraumagenturen sowie Ministerien und Industrieunternehmen – bündeln ihre Ressourcen. Das Ziel: Die Etablierung eines quantengesicherten Netzes aus optischen Bodenstationen, das vier EU-Mitgliedstaaten überspannt.

Laut dem Jenaer Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF), das maßgeblich an der Umsetzung beteiligt ist, bildet das Vorhaben einen entscheidenden Baustein der EuroQCI-Initiative. Dabei handelt es sich um ein Programm zum EU-weiten Aufbau einer kritischen Quantenkommunikationsinfrastruktur.

Quantentechnologie schützt vor Abhörangriffen

Im Zentrum der technischen Bemühungen steht die sogenannte Quantenschlüsselverteilung (Quantum Key Distribution, QKD). Diese Technologie macht sich die physikalischen Prinzipien der Quantenmechanik zunutze: Jeder Versuch, die übertragenen Daten abzufangen oder zu kopieren, verändert unweigerlich den Zustand der Quanten. Dies wird sofort bemerkt, was die Kommunikation zwischen Satelliten und den terrestrischen Glasfasernetzen physikalisch abhörsicher macht.

Neben dem Bau der Bodenstationen – von denen eine direkt in Jena ihren Dienst aufnehmen wird – konzentrieren sich die Forscher auch auf die Erarbeitung einheitlicher europäischer Standards. Nur so kann langfristig ein reibungslos funktionierendes, interoperables Netz auf dem gesamten Kontinent gewährleistet werden.

Projektkoordinator Torsten Siebert vom Fraunhofer IOF betonte die Wichtigkeit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit: Die Kooperation demonstriere das immense Potenzial, das entstehe, wenn Europa seine Ressourcen aus Forschung und Industrie vereine. Dies sei der entscheidende Schritt, um die hochkomplexe Technologie aus dem Labor in die praktische Anwendung zu bringen.

Hintergrund: Jena als Zentrum der Photonik

Die Wahl des Standorts Jena für eine der Hightech-Bodenstationen ist kein Zufall. Die Stadt blickt auf eine lange Historie in der Optik und Feinmechanik zurück. Heute ist insbesondere der Beutenberg Campus im Süden der Stadt ein international anerkanntes Exzellenzzentrum für Photonik und Quantentechnologie. Das dort ansässige Fraunhofer IOF forscht bereits seit Jahren intensiv an der satellitengestützten Quantenkommunikation und treibt die Miniaturisierung optischer Instrumente für den Weltraumeinsatz voran.


Quelle:

Europäisches Projekt vernetzt optische Bodenstationen zur Quantenkommunikation


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