- Maßnahme: Freilegung der Gewölbekappen und Beräumung von Bauschutt.
- Termin: Kran-Einsatz am Dienstag (10.02.2026) auf dem Kirchplatz.
- Beteiligte: EKM, Denkmalamt, Archäologie der Universität Jena.
- Hintergrund: Notsanierung nach Putz-Absturz im Juni 2025.
- Spendenstand: Über 65.000 Euro bereits eingegangen.
Jena. Die Sanierungsarbeiten an Jenas bedeutendstem sakralen Bauwerk, der Stadtkirche St. Michael, schreiten sichtbar voran. Wie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) mitteilt, steht nun ein entscheidender logistischer Schritt bevor, der auch das Bild auf dem Kirchplatz kurzzeitig prägen wird.
Kran-Einsatz am Kirchplatz geplant
In den vergangenen Tagen herrschte rege Betriebsamkeit unter dem Dach der Hallenkirche. Handwerker und Spezialisten haben im ersten Bauabschnitt die sogenannten Gewölbekappen von aufliegenden Materialien befreit. Dabei handelt es sich größtenteils um Reste früherer Bau- und Sanierungsmaßnahmen, die über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte im Dachraum verblieben waren. Das Ziel dieser mühsamen Arbeit ist es, das historische Gewölbe erstmals wieder von oben vollständig begutachten zu können.
Das abgetragene Material wurde nicht einfach entsorgt, sondern zunächst in stabilen „Bigbags“ direkt unter dem Dachstuhl zwischengelagert. Am morgigen Dienstag wird es für Passanten auf dem Kirchplatz sichtbar: Ein Kran soll aufgestellt werden, um die schweren Säcke kontrolliert aus luftiger Höhe nach unten zu befördern. Wer am Dienstag im Stadtzentrum unterwegs ist, sollte sich im Bereich des Kirchplatzes auf entsprechende Absperrungen und Baustellenverkehr einstellen.
Archäologen der Universität Jena suchen nach Spuren
Bei der Beräumung des Dachbodens geht es nicht nur um Bauschuttbeseitigung, sondern auch um Stadtgeschichte. Die Kirchengemeinde arbeitet eng mit der Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zusammen. Mitarbeitende der Universität werden das abgetragene Material sichten. Die Hoffnung ist groß, dass sich in den Füllschichten historische Gegenstände befinden, die Rückschlüsse auf frühere Bauphasen oder das handwerkliche Leben im alten Jena zulassen. Jeder Fund soll fachgerecht eingeordnet und dokumentiert werden.
Nachdem die groben Materialien entfernt sind, wird die Oberseite des Gewölbes in einem weiteren Schritt fast schon klinisch rein gemacht: Spezialsauger sollen den feinen Staub entfernen, damit Experten die Bausubstanz und mögliche Risse ohne Sichtbehinderung prüfen können. Der gesamte Prozess wird eng vom Denkmalamt begleitet, um die historische Substanz der spätgotischen Kirche zu schützen.
Sünden der 50er Jahre werden behoben
Die aktuelle Sanierung ist keine rein kosmetische Maßnahme, sondern wurde aus Sicherheitsgründen dringend notwendig. Ein Schreckmoment im Juni 2025 war der Auslöser: Damals stürzte ein handtellergroßes Stück Putz aus dem Gewölbe in das Kirchenschiff. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden, doch die Untersuchungen förderten ein strukturelles Problem zu Tage.
Experten stellten fest, dass bei Reparaturen in den 1950er Jahren Eisenstifte verwendet wurden. In der Nachkriegszeit waren Baumaterialien knapp, und man griff oft auf das zurück, was verfügbar war – auch wenn es nicht ideal für die Ewigkeit gebaut war. Diese Eisenstifte sind im Laufe der Jahrzehnte korrodiert. Durch den Rost vergrößerte sich ihr Volumen, was sogenannten Sprengdruck auf den umgebenden Putz und das Mauerwerk ausübte und schließlich zur Absprengung führte. Die jetzige Sanierung korrigiert diese Materialfehler der Vergangenheit.
Große Spendenbereitschaft der Jenaer
Die Sanierung eines solchen Monuments ist kostspielig, doch die Jenaer stehen hinter ihrer Stadtkirche. Wie die Gemeinde berichtet, sind bereits mehr als 65.000 Euro an Spenden eingegangen. Dies unterstreicht die Bedeutung von St. Michael nicht nur als Ort des Gottesdienstes, sondern als zentrales Wahrzeichen und Treffpunkt im Herzen der Saalestadt. Die weiteren Untersuchungen werden nun zeigen, wie umfangreich die Arbeiten am Gewölbe im Detail ausfallen müssen.
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