Jena, 06.09.2026. Das kalendarische Alter weicht oft deutlich vom tatsächlichen Zustand des menschlichen Körpers ab. Wissenschaftler um das in Jena ansässige Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) haben nun eine neue Methode vorgestellt, um das biologische Alter anhand von Blutproben besonders exakt zu bestimmen.
- Ereignis: Vorstellung der neuen „TFMethyl Clock“ zur Bestimmung des biologischen Alters
- Forschungseinrichtung: Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) Jena
- Wissenschaftliche Basis: Studie mit 7.803 Blutproben im Fachjournal Nucleic Acids Research
- Zentrale Befunde: Deutliche Zusammenhänge mit Entzündungsmarkern und dem Fettstoffwechsel
Wir werden jedes Jahr rein rechnerisch um zwölf Monate älter, doch der körperliche Verschleiß verläuft individuell unterschiedlich. Um diesen Prozess messbar zu machen, stützt sich die moderne Genetik auf epigenetische Uhren. Dabei untersuchen Forscher sogenannte DNA-Methylierungen – chemische Veränderungen des Erbguts, die sich im Laufe des Lebens charakteristisch verändern.
Die Funktionsweise der „TFMethyl Clock“ verständlich erklärt
Herkömmliche epigenetische Uhren nutzen oft DNA-Stellen, die zwar statistisch mit dem Alter korrelieren, deren genaue biologische Funktion jedoch unklar bleibt. Das Team um die Forscher aus Jena ging daher einen anderen Weg. Für die neu entwickelte „TFMethyl Clock“ konzentrierte sich die Arbeitsgruppe gezielt auf Regionen im Erbgut, an denen sogenannte Transkriptionsfaktoren binden. Diese Proteine steuern die Aktivität von Genen.
Aus mehr als 250.000 untersuchten Markern filterte das Team 14.006 besonders relevante Stellen heraus. In anschließenden Tests mit unabhängigen Kontrollgruppen lag das von der Uhr berechnete biologische Alter im Median nur rund zwei Jahre neben dem tatsächlichen Alter der Probanden. Damit arbeitet das neue Modell präziser als viele bisher etablierte Verfahren.
Verbindung zu Entzündungen und Fettstoffwechsel
Besonders aufschlussreich sind die biologischen Prozesse, die hinter den ausgewählten Genmarkern stehen. Die Auswertung der Jenaer Forscher ergab, dass sich unter den Zielgenen vor allem zwei funktionelle Gruppen häufen:
- Signalwege, die mit dem Entzündungsbotenstoff Interleukin-1β zusammenhängen
- Stoffwechselprozesse von langkettigen Fettsäuren, repräsentiert durch Gene wie ELOVL2
Von den 267 analysierten Zielgenen zeigten rund 75 Prozent eine altersabhängige Aktivität, die sich in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich stark verändern kann. So verzeichnen bestimmte Gene vor dem 50. Lebensjahr nur geringe Veränderungen, während ihre Aktivität ab dem 60. Lebensjahr deutlich abfällt oder ansteigt.
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Vertiefende Einblicke in die moderne Alternsforschung und epigenetische Mechanismen.
Hintergrund: Spitzenforschung am Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist die erste deutsche Forschungseinrichtung, die sich ausschliesslich der biomedizinischen Erforschung der molekularen Ursachen des menschlichen Alterns widmet. Benannt nach dem aus Jena stammenden Nobelpreisträger Fritz Lipmann, arbeiten hier internationale Teams an Fragen zu Geweberegeneration, Genomstabilität und altersbedingten Erkrankungen. Die Erkenntnisse tragen massgeblich dazu bei, altersassoziierte Krankheiten besser zu verstehen und künftig gezielter zu therapieren.
Kein direkter Ursachenbeweis
Trotz der hohen Präzision und der neuen Einblicke betonen die Wissenschaftler, dass die Daten keinen direkten Ursachenbeweis liefern. Die Untersuchung stützt sich überwiegend auf Blutproben, und regulatorische Prozesse können in anderen Geweben des Körpers abweichen. Dennoch liefert die „TFMethyl Clock“ wertvolle Anhaltspunkte dafür, welche molekularen Mechanismen eng mit dem Altern des Menschen verknüpft sind. Weitere Studien in verschiedenen Geweben sollen die Ergebnisse in Zukunft absichern.
Quelle:
Wie alt ist Ihr Körper wirklich? Neue DNA-Uhr aus Jena liefert erstaunlich genaue Antworten
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.