Neue Bakteriengattung „Brakhagea“ in Jena entdeckt

Jena, 17. Juli 2026 – Ein Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) hat eine neue Bakteriengattung beschrieben. Die Entdeckung, die zu Ehren des Direktors des Leibniz-HKI den Namen Brakhagea erhielt, verspricht neue Ansätze für die pharmazeutische Forschung.

Genomanalyse ebnet den Weg

Die vier neu klassifizierten Arten stammen ursprünglich aus Gewässern in Norddeutschland. Dank moderner Verfahren der Genomsequenzierung konnten die Wissenschaftler das genetische Potenzial dieser Mikroorganismen erstmals präzise entschlüsseln. Während ähnliche Analysen vor zwei Jahrzehnten noch manuelle Arbeit von über einem Jahr erforderten, erlauben heutige bioinformatische Methoden eine nahezu automatisierte Auswertung in Minuten.

Bedeutung für die Wirkstoffforschung

Die Brakhagea-Arten zeichnen sich durch Biosynthese-Gencluster aus, die sie für die Wissenschaft als potenzielle Produzenten bioaktiver Naturstoffe interessant machen. Diese Stoffe sind für das Leibniz-HKI, das eng mit der Universität Jena kooperiert, von zentraler Bedeutung, um neue therapeutische Ansätze gegen Infektionskrankheiten und Antibiotikaresistenzen zu entwickeln.

Wissenschaftsstandort Jena

Jena festigt mit dieser Entdeckung erneut seine Position als führender Forschungsstandort in der Infektionsbiologie. Die Kooperation zwischen der Friedrich-Schiller-Universität und dem Leibniz-HKI ermöglicht eine interdisziplinäre Arbeit, die von der Grundlagenforschung bis zur translationalen Entwicklung neuer Medikamente reicht. Die Benennung der Gattung nach Prof. Axel Brakhage würdigt dabei dessen langjährige wissenschaftliche Verdienste um das Verständnis mikrobieller Naturstoffe.


Quelle:

Neue Bakteriengattung Brakhagea beschrieben


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