Jena, 05. August 2026 – Die Städtischen Museen Jena intensivieren ihre Aufarbeitung der Sammlungsbestände. Insgesamt wurden 279 Objekte, die zwischen 1933 und 1945 erworben wurden, einer genauen Prüfung unterzogen.
- Thema: Provenienzforschung und Aufarbeitung von Kulturgut
- Projektumfang: 279 geprüfte Objekte aus der Zeit von 1933 bis 1945
- Ergebnis: 11 Objekte erfordern vertiefende Untersuchungen zur Herkunft
- Zielsetzung: Identifikation von unrechtmäßigem Erwerb und Herbeiführung fairer Lösungen
Das Projekt wurde durch die Koordinierungsstelle Provenienzforschung des Thüringer Museumsverbandes ermöglicht. Während die meisten Bestände rechtmäßig erworben wurden, identifizierten die Experten elf Objekte, bei denen die Herkunft weiterhin ungeklärt ist. Hier besteht der Verdacht, dass Kulturgut im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Verfolgung entzogen worden sein könnte.
Ausweitung auf SBZ und DDR
Die Museen gehen in ihrer Forschung über die NS-Zeit hinaus. Direktorin Kristin Knebel betonte die Notwendigkeit, auch die Zeit der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR in die Analysen einzubeziehen. „Wir werden ein großes Thema haben bei DDR und sowjetischer Besatzungszone“, so Knebel. Die Museumsleitung geht davon aus, dass in dieser Ära ebenfalls Enteignungen und Beschlagnahmungen stattgefunden haben, die nun aufgearbeitet werden müssen.
Die Provenienzforschung befasst sich mit der lückenlosen Nachvollziehbarkeit der Eigentumsverhältnisse von Kulturgütern. Ziel ist es, Vorbesitzer sowie die Umstände von Besitzwechseln zu klären, um bei unrechtmäßigen Entzügen – etwa durch Enteignungen im Kolonialismus, NS-Regime oder unter staatlichem Druck in der DDR – faire Lösungen oder Restitutionen zu ermöglichen.
Das erklärte Ziel der Städtischen Museen bleibt es, für alle Fälle, in denen Kulturgut unrechtmäßig entzogen wurde, im heutigen Sinne gerechte Lösungen zu finden. Kristin Knebel unterstrich hierzu: „Wir haben einige Objekte identifiziert, bei denen wir nochmal stärker in die Tiefe schauen müssen, bei denen wir die Provenienz also noch nicht ganz klären konnten.“
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Quelle:
NS, SBZ und DDR: Museen Jena müssen 11 Objekte auf Raubgut überprüfen
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