Jena, 26. Mai 2026. Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) sorgt ein innovativer medizinischer Durchbruch für neue Hoffnung bei herzkranken Patienten: Durch eine neuartige Kombination aus einer klassischen Bypass-Operation und einer gezielten Stoßwellentherapie direkt am offenen Herzen kann die Pumpleistung des Organs signifikant und langfristig gesteigert werden.
- Ereignis: Einführung einer neuartigen Kombinations-Therapie (Bypass-OP + Stoßwellen) am UKJ
- Ort: Universitätsklinikum Jena (UKJ), Am Klinikum 1, 07747 Jena (Auf Google Maps anzeigen)
- Ziel: Dauerhafte Regeneration geschädigten Herzmuskelgewebes und Steigerung der Pumpleistung
- Patientennutzen: Steigerung der Herz-Pumpkraft um durchschnittlich 11 Prozentpunkte, deutlich gesteigerte Lebensqualität
Ein Quantensprung in der Herzchirurgie
Für Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz ist der Alltag oft von Atemnot und extremer Schwäche geprägt. Eine klassische Bypass-Operation kann verstopfte Gefäße überbrücken und die Durchblutung wiederherstellen, doch bereits abgestorbenes oder stark geschädigtes Herzmuskelgewebe regeneriert sich dadurch in der Regel nicht mehr. Hier setzt das am Universitätsklinikum Jena etablierte Verfahren an. Die Kombination aus chirurgischem Eingriff und physikalischer Stoßwellenbehandlung gilt als medizinischer Meilenstein, der dem Herzmuskel quasi eine Verjüngungskur verpasst.
Wie Stoßwellen den Herzmuskel regenerieren
Das Prinzip hinter der Behandlung basiert auf biologischen Selbstheilungskräften, die durch gezielte mechanische Reize aktiviert werden. Während der Bypass-Operation, wenn das Herz freiliegt, wird der geschädigte Bereich des Muskels mit niederenergetischen Stoßwellen behandelt. Diese Wellen erzeugen winzige, für das Auge unsichtbare Scherkräfte im Gewebe. Die verständliche Wirkungsweise lässt sich in drei Schritten zusammenfassen:
- Ausschüttung von Wachstumsfaktoren: Die Zellen des Herzmuskels reagieren auf den mechanischen Druck der Stoßwellen und setzen spezifische Proteine frei.
- Anlockung von Stammzellen: Diese Proteine signalisieren dem Körper, körpereigene Stammzellen in das geschädigte Areal zu senden.
- Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese): Es entstehen feine, neue Kapillargefäße, die das Gewebe dauerhaft besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.
Durch diese dreifache Wirkung vernarbt das Gewebe nicht nur passiv, sondern baut aktiv neue, funktionstüchtige Herzmuskelzellen auf. Das Herz gewinnt so einen Teil seiner ursprünglichen Kraft zurück.
Hoffnung für lokale Patienten: Das Beispiel Mike Pfleger
Wie lebensverändernd diese Methode ist, zeigt das Beispiel des Patienten Mike Pfleger. Vor dem Eingriff am UKJ lag seine Herzleistung bei kritischen 23 Prozent – ein Zustand, der selbst leichteste körperliche Anstrengungen unmöglich machte. Durch die Kombination aus der Bypass-Anlage und der direkt im OP-Saal angewandten Stoßwellentherapie prognostizieren die Jenaer Mediziner eine langfristige Steigerung der Pumpleistung um rund 11 Prozentpunkte. Für den Patienten bedeutet dies den Schritt zurück in ein weitgehend normales, selbstbestimmtes Leben.
Bedeutung für den Medizinstandort Jena
Die erfolgreiche Etablierung dieser Therapie am Universitätsklinikum unterstreicht die herausragende Rolle der Jenaer Universitätsmedizin im nationalen und internationalen Vergleich. Patientinnen und Patienten aus Jena und ganz Thüringen profitieren von kurzen Wegen zu einer absoluten Spitzenmedizin, die sonst nur an sehr wenigen hochspezialisierten Zentren weltweit angeboten wird. Das UKJ festigt damit seinen Ruf als führender Innovationstreiber in der Herzchirurgie und sichert dem Standort Thüringen einen Spitzenplatz in der medizinischen Forschung und Praxis.
🏛️ Das Universitätsklinikum Jena als medizinischer Leuchtturm
Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist das einzige Universitätsklinikum im Freistaat Thüringen und blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück, die eng mit der Friedrich-Schiller-Universität verknüpft ist. Mit dem modernen Klinikneubau im Jenaer Stadtteil Lobeda wurden die ehemals über das gesamte Stadtgebiet verstreuten Kliniken an einem zentralen, hochmodernen Campus zusammengeführt. Heute arbeiten am UKJ über 5.000 Mitarbeiter in Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Die kontinuierliche Einführung weltweit führender Operationsverfahren, wie der kombinierten Herz-Stoßwellentherapie, sichert dem Standort Jena regelmäßig Spitzenplätze in internationalen Klinik-Rankings und zieht renommierte Wissenschaftler und Ärzte an die Saale.
Quelle:
Neues Verfahren verjüngt Herz: Stoßwellentherapie unter der Bypass-Operation verbessert die Pumpleistung
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