Forscher aus Jena zeigen: Millionen Jahre alte Insekten-Symbiosen sind zerbrechlicher als gedacht

Jena, 02.04.2026 – Eine aktuelle Untersuchung des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena verdeutlicht, dass selbst fest etablierte Insekten-Symbiosen in kürzester Zeit aufgebrochen werden können. Ein neu eingeführtes Bakterium verdrängte in experimentellen Beobachtungen den ursprünglichen Partner eines Getreidekäfers innerhalb weniger Generationen.

  • Wer: Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie (Jena) und der Universität Utah
  • Was: Neue Erkenntnisse zur Fragilität von Millionen Jahre alten Symbiosen
  • Untersuchungsobjekt: Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis)
  • Zentrale Erkenntnis: Bakterielle Lebenspartner können sich evolutionsbiologisch unerwartet schnell gegenseitig verdrängen

Neue Bakterien verdrängen alte Partner

Zahlreiche Insektenarten leben seit Jahrmillionen in einer extrem engen Partnerschaft mit speziellen Bakterien. Diese sogenannten Symbionten versorgen ihre Wirte mit lebenswichtigen Nährstoffen. Vielfach sind beide Partner so stark aneinander angepasst, dass sie einzeln nicht mehr überlebensfähig wären. Wie und warum diese überlebenswichtigen Symbionten im Laufe der Evolution gelegentlich dennoch ausgetauscht werden, stellte die Wissenschaft bisher vor ein Rätsel.

Die Forschergruppe aus Jena und Utah konnte nun eindrucksvoll belegen, wie instabil solche uralten Verbindungen sein können. In ihrer Studie dokumentierten sie, dass das neuartige Bakterium Sodalis praecaptivus in der Lage ist, die bestehende Symbiose des Getreideplattkäfers mit seinem angestammten Partner Shikimatogenerans silvanidophilus vollständig zu stören. Das bemerkenswerte Resultat: Dieser weitreichende Austausch auf mikrobiologischer Ebene fand innerhalb von nur wenigen Käfergenerationen statt.

Bedeutung für die Evolutionsforschung

Die gewonnenen Daten stellen einen entscheidenden Fortschritt dar, um die grundlegende Dynamik und Entwicklung von Symbiosen besser zu greifen. Die Studie beweist nachdrücklich, dass ein neu auftretender Bakterienpartner sich rasant durchsetzen und millionenalte Lebensgemeinschaften aufbrechen kann. Ein derartiger Austausch eröffnet völlig neue Perspektiven auf die evolutionäre Anpassungsfähigkeit von Insekten und ihren mikrobiellen Begleitern.

Hintergrund: Wissenschaftsstandort Beutenberg

Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie befindet sich auf dem Beutenberg Campus im Süden von Jena. Dieser etablierte Wissenschaftsstandort bündelt renommierte Institute und Unternehmen, primär aus den Fachbereichen Biologie, Optik und Photonik. Das 1996 gegründete Max-Planck-Institut erforscht weltweit federführend die Rolle von chemischen Signalen bei den komplexen Interaktionen zwischen Pflanzen, Insekten und Mikroben in der Natur.


Quelle:

Millionen Jahre alte Insekten-Symbiosen sind fragiler als gedacht


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