Jena, 29.04.2026. Dem Stadtteil Wenigenjena droht der nächste Leerstand. Zwei etablierte Sportvereine müssen voraussichtlich bis Jahresende ihre gemeinsamen Räumlichkeiten aufgeben und suchen händeringend nach bezahlbaren Alternativen in der Lichtstadt.
- Betroffene Vereine: Tischfußballverein „Paradise Fusion“ und „Darts Paradies“ Jena
- Aktueller Standort: An der Leite 9, 07749 Jena
- Hintergrund: Der gemeinsame Mietvertrag läuft zum Jahresende 2026 aus.
- Lokaler Kontext: Wachsender Leerstand rund um das Geschwister-Scholl-Denkmal (u.a. Kwak-Bäcker, ehemalige Kneipe „Kastanie“, leere Schaufenster in der Karl-Liebknecht-Straße 10).
Ungewisse Zukunft ab 2027
Seit 2020 teilen sich der Tischfußballverein „Paradise Fusion“ und der Jenaer Darts-Verein „Darts Paradies“ ein gemeinsames Vereinsheim in Wenigenjena. Doch diese Ära neigt sich dem Ende zu. Wie Daniel Görlich, Vorstandsvorsitzender des Tischfußball-Vereins, bestätigt, läuft der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der Straße An der Leite 9 in wenigen Monaten aus. Was ab 2027 geschieht, ist derzeit völlig offen.
Finanziell sind die Vereine solide aufgestellt. Durch regelmäßige Turniere und Events fließen ausreichend Mittel in die Kassen, um laufende Kosten zu decken. Das Problem liegt vielmehr in der mangelnden Verfügbarkeit von passenden Gewerbeimmobilien. „Wir suchen seit geraumer Zeit nach einem neuen – wenn möglich und bezahlbar, auch größeren – Vereinsdomizil“, erklärt Görlich. Der Wunschkandidat bleibt ein gemeinsames Zuhause für beide Vereine, doch parallel wird sicherheitshalber auch nach getrennten Optionen im gesamten Stadtgebiet gesucht.
Schließungswelle in Wenigenjena
Der drohende Auszug der Sportvereine reiht sich ein in eine bemerkenswerte Serie von Geschäftsschließungen im Umfeld des Geschwister-Scholl-Denkmals. Erst am vergangenen Samstag schloss die dortige Filiale des Kwak-Bäckers endgültig ihre Türen. In direkter Nachbarschaft zeugen die bereits länger verwaisten Räume der ehemaligen Kneipe „Kastanie“ sowie die mit Planen verhangenen Schaufenster eines Mehrfamilienhauses in der Karl-Liebknecht-Straße 10 von den aktuellen strukturellen Herausforderungen des Viertels.
Hintergrund: Gewerbesterben und Platzmangel in Jena-Ost
Der Stadtteil Wenigenjena, im Volksmund oft Jena-Ost genannt, gilt als eines der beliebtesten und am dichtesten besiedelten Wohnviertel der Stadt. Historisch geprägt von einer lebendigen Mischung aus Kleingewerbe, Handwerk und Gastronomie entlang der Hauptverkehrsadern, spürt der Ortsteil seit einigen Jahren einen deutlichen Strukturwandel. Steigende Mieten, Personalmangel im Handwerk und veränderte Konsumgewohnheiten setzen vielen Traditionsbetrieben zu.
Für Vereine stellt die Immobiliensituation in der Universitätsstadt Jena ein chronisches Problem dar. Die extrem hohe Nachfrage nach Wohnraum und Flächen für Wissenschaft und Hightech-Gewerbe treibt die Quadratmeterpreise stark in die Höhe. Bezahlbare Flächen, die sich für Vereinsaktivitäten in den Abendstunden (wie etwa Darts oder Tischfußball-Turniere) eignen, ohne Konflikte mit Anwohnern wegen der Geräuschkulisse zu provozieren, sind auf dem freien Markt kaum noch zu finden.
Quelle:
Thüringen: Geister-Feeling in Jenaer Stadtteil – nächster Leerstand droht
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