Jena, 21. Mai 2026 – Wie hätte eine Begegnung zwischen den beiden wohl bedeutendsten Denkern ihrer Epoche, Immanuel Kant und Johann Wolfgang von Goethe, ausgesehen? Dieser spannenden Frage widmet sich ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Eckart Förster am Dienstag, dem 2. Juni 2026, im Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
- Was: Vortrag „Kant und Goethe: ein Dialog“ (Goethe Lecture / Sommerkurs 2026)
- Wann: Dienstag, 2. Juni 2026, 18:00 bis 20:00 Uhr
- Wo: Universitätshauptgebäude, Hörsaal 235, Fürstengraben 1, 07743 Jena
- Referent: Prof. Dr. Eckart Förster (Johns Hopkins University / HU Berlin)
- Moderation: Dr. Helmut Hühn (FSU Jena)
- Eintritt: Öffentlich und kostenfrei (nicht barrierefrei)
- Weiterführende Links: Sommerkurs 2026 und Goethe-Forschungsstelle
Ein fiktives Aufeinandertreffen zweier Denkwelten
Das reale Gespräch zwischen Goethe und Friedrich Schiller im Jahr 1794 in Jena über das Konzept der „Urpflanze“ gilt als legendärer Wendepunkt der deutschen Geistesgeschichte. Doch wie hätte sich ein entsprechender Austausch zwischen Goethe und Immanuel Kant gestaltet, wären sie sich je persönlich begegnet?
Die Vorstellung birgt einen besonderen Reiz, denn philosophisch waren beide in weiten Teilen Antipoden: Was für Goethe das „Höchste“ in der Naturerkenntnis darstellte, tat Kant in seinen Schriften bisweilen als bloße „Grille“ oder unzulässiges „Hirngespinst“ ab. Dennoch repräsentierten beide die jeweils brillantesten Köpfe ihrer sich gegenüberstehenden Positionen. Der Vortrag von Prof. Dr. Eckart Förster unternimmt den Versuch, einen Dialog zu entwerfen, in dem beide Denker ihre stärksten Argumente austauschen und versuchen, das Gegenüber vom eigenen Weltbild zu überzeugen.
International renommierter Gastreferent in Jena
Mit Eckart Förster kommt ein international angesehener Experte für die Philosophie des Deutschen Idealismus nach Jena. Förster lehrte nach seiner Zeit als Ordinarius an der LMU München von 2003 bis zu seiner Emeritierung 2021 als Professor of Philosophy, German, and the Humanities an der renommierten Johns Hopkins University in Baltimore. Ergänzt wird seine akademische Laufbahn durch Stationen in Oxford, Harvard und Stanford sowie eine Honorarprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Veranstaltung ist Teil des Sommerkurses 2026 mit dem Titel „Hat die Vernunft Grenzen? Zum philosophischen Begriffswandel in Deutschland um 1800“, einer Kooperation der Klassik Stiftung Weimar und des Zentrums für Romantikforschung an der FSU Jena.
Hintergrund: Jena um 1800 als Epizentrum der Philosophie
Die Wahl Jenas für diesen fiktiven Dialog knüpft direkt an die glanzvolle Historie der Saalestadt an. Um das Jahr 1800 war Jena das unbestrittene Zentrum des Deutschen Idealismus und der Frühromantik. Denker wie Fichte, Schelling und Hegel lehrten an der hiesigen Universität, während die Brüder Schlegel von Jena aus die Literatur revolutionierten. Die kritische Auseinandersetzung mit Kants Philosophie bildete damals das Fundament, auf dem die moderne Philosophie in Jena neu begründet wurde – stets im Spannungsfeld und engen Austausch mit dem klassischen Weimar.
Quelle:
Kant und Goethe: ein Dialog
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