Sensation in der Atacama-Wüste: Jenaer Forscher entdecken prähistorische Schatzkammer

  • Forschungsteam: Friedrich-Schiller-Universität Jena & internationale Partner
  • Fundort: Atacama-Wüste, Chile
  • Zeitraum: Trias (vor ca. 252 bis 201 Mio. Jahren)
  • Entdeckung: Hochkomplexes Ökosystem mit Insekten, Fischen und Pflanzen
  • Besonderheit: Außergewöhnlich gute Erhaltung (Weichteile, Hautabdrücke)

Jena / Chile (11.02.2026) – Wenn Jenaer Wissenschaftler in die Ferne schweifen, bringen sie mitunter spektakuläre Erkenntnisse mit nach Hause. Einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität ist nun in Südamerika ein bemerkenswerter Coup gelungen, der ein neues Licht auf die Erdgeschichte wirft.

Die Atacama-Wüste im Norden Chiles gilt als einer der trockensten Orte der Welt. Doch vor über 200 Millionen Jahren sah es dort gänzlich anders aus. Genau das beweisen nun Forscher der Uni Jena. Unter der Leitung von Diego Volosky entdeckte das Team eine „ungewöhnlich reiche Fossillagerstätte“, die in Fachkreisen bereits als kleine Sensation gehandelt wird. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology veröffentlicht.

Ein Zeitfenster in die Trias

Die Funde stammen aus der Trias, einer erdgeschichtlichen Periode, die etwa 252 bis 201 Millionen Jahre zurückliegt. Zu dieser Zeit war die Weltkarte noch nicht in die uns heute bekannten Kontinente zerfallen; der riesige Südkontinent Gondwana vereinte Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis.

Was die Jenaer Forscher zusammen mit Kollegen aus Chile und Argentinien fanden, ist in seiner Vielfalt und Vollständigkeit extrem selten. Zum Vorschein kamen Überreste von Pflanzen, Insekten, Süßwasserkrebsen, Weichtieren sowie Fischen und sogar Haien. Diego Volosky von der Universität Jena erklärt die Bedeutung: „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien.“

Einzigartige Erhaltung dank sauerstoffarmer Tiefe

Besonders faszinierend für die Paläontologen ist der Zustand der Fundstücke. Normalerweise zersetzen sich organische Überreste über die Jahrmillionen oder werden von Aasfressern vernichtet. In diesem Fall jedoch konservierte ein prähistorischer Süßwassersee das Leben nahezu perfekt.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass feinkörnige Sedimente und sauerstoffarme Bedingungen am Grund des damaligen Gewässers die toten Organismen schützten. „So blieben Insekten vollständig erhalten, außerdem Fischskelette mit Hautabdrücken und die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen“, berichtet Volosky. Diese Details erlauben es den Forschern heute, ein komplexes Nahrungsnetz zu rekonstruieren – vom Leben im Wasser bis zur Vegetation am Ufer.

Internationale Zusammenarbeit stärkt den Standort Jena

Der Fund unterstreicht erneut die Relevanz der Jenaer Universität in der internationalen Spitzenforschung. Neben Diego Volosky ist auch Olga Schmitz Teil des multidisziplinären Teams. Als Mikropaläontologin an der Uni Jena und am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie konzentrierte sie sich auf die kleinsten Zeugen der Zeit: Ostrakoden (Muschelkrebse). Diese winzigen Lebewesen, meist kleiner als einen Millimeter, sollen in weiteren Studien noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena, spricht von einem „Glücksfall“ für seine Abteilung. Die aktuellen Veröffentlichungen seien erst der Auftakt eines größeren Projekts. Eine zentrale Frage, die das Team nun umtreibt: Wie erholte sich das Leben nach dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums? Die Fossillagerstätte in Chile könnte Antworten darauf liefern, wie Ökosysteme auf extreme globale Veränderungen reagieren – ein Thema, das angesichts des heutigen Klimawandels kaum aktueller sein könnte.

Für die Wissenschaftsstadt Jena ist dieser Fund ein weiterer Beleg dafür, dass Forschung „Made in Thüringen“ weltweit Spuren hinterlässt – oder in diesem Fall: uralte Spuren sichtbar macht.


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