Jena testet KI für Falldokumentation in der Verwaltung

Jena, 06. Oktober 2026 – Die Stadt Jena beteiligt sich an der zweiten Pilotphase des bundesweiten „Agentic AI Hub“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). In Kooperation mit dem Unternehmen Sozial KI UG wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Falldokumentation im sozialen Bereich erprobt.

  • Thema: Erprobung von KI-Unterstützung für die Falldokumentation im Sozialbereich
  • Projekt: Zweite Pilotphase des bundesweiten „Agentic AI Hub“
  • Beteiligte: Stadt Jena, Sozial KI UG, Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
  • Laufzeit: Bis Dezember 2026

Im Mittelpunkt des Jenaer Pilotprojekts steht die Fragestellung, wie Mitarbeitende in der Verwaltung bei zeitaufwendigen Dokumentationsaufgaben entlastet werden können. Durch den Einsatz digitaler Unterstützung soll mehr Freiraum für die eigentliche fachliche Arbeit mit den Menschen geschaffen werden. In den kommenden Wochen wird die Lösung unter Realbedingungen getestet und bewertet.

Fokus auf Entlastung und menschliche Letztentscheidung

Die Dezernentin für Soziales, Kathleen Lützkendorf, betonte die Bedeutung des Projekts für den Verwaltungsalltag: „Gerade in den sozialen Bereichen unserer Verwaltung brauchen wir die Zeit unserer Fachkräfte vor allem dort, wo sie am wichtigsten ist: für die Arbeit mit und für die Menschen.“ Gleichzeitig hob sie hervor, dass eine sorgfältige Dokumentation und verlässliche Prozesse zwingend dazugehören. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll administrative Aufgaben effizienter gestalten, ohne fachliche Entscheidungen zu ersetzen.

Konkret generiert ein speziell aufgebauter KI-Agent aus Notizen und vorliegenden Informationen strukturierte Entwürfe für fachliche Dokumentationen. Als erster konkreter Anwendungsfall dient dabei die Erstellung von Hilfeplänen. Die erstellten Entwürfe werden anschließend von den zuständigen Fachkräften überprüft, bei Bedarf ergänzt und final freigegeben. Vor dem praktischen Einsatz wurden klare Vorgaben definiert, welche Daten verarbeitet werden dürfen. Automatisierte Entscheidungen über Menschen finden ausdrücklich nicht statt; die beteiligten Fachkräfte behalten stets die finale Entscheidungsgewalt und werden intensiv im Umgang mit der Software geschult.

Teil eines bundesweiten Netzwerks

Der „Agentic AI Hub“ bringt Kommunen mit spezialisierten Technologieunternehmen zusammen, um konkrete Anwendungsfelder in der öffentlichen Verwaltung zu evaluieren. In der aktuellen Runde erproben 38 Kommunen aus zwölf Bundesländern insgesamt 17 verschiedene Lösungen. Ziel ist es, praxisnahe Erkenntnisse über den Nutzen und die Übertragbarkeit auf andere Verwaltungen zu gewinnen.

Auch die Smart City-Beauftragte der Stadt Jena, Dorothea Prell, sieht in der Teilnahme eine Chance zur systematischen Modernisierung: „Wir wollen den Nutzen von Künstlicher Intelligenz für die Verwaltung systematisch erschließen und dort einsetzen, wo sie einen konkreten Mehrwert schafft und unsere Beschäftigten spürbar entlasten kann.“ Das Vorhaben wird eng mit dem Personalrat abgestimmt und läuft bis zum Dezember 2026. Im Anschluss soll ein Evaluierungsbericht über die Ergebnisse und die Sinnhaftigkeit einer Fortführung entscheiden.

Hintergrund zum Agentic AI Hub

Der Agentic AI Hub ist eine Initiative des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung zur Modernisierung der Verwaltung. Im Rahmen des Programms entwickeln Kommunen gemeinsam mit Start-ups und Scale-ups datenschutzkonforme KI-Lösungen für Bereiche wie Sachbearbeitung, Wissensmanagement und interne Verwaltungsprozesse.


Quelle:

Stadt Jena erprobt KI-Unterstützung für Falldokumentation im sozialen Bereich


Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.