Jena, 26. September 2026 – Auf dem Jenaer Johannisfriedhof wurde im April 1982 eine Gedenkskulptur für den verstorbenen DDR-Regimekritiker Matthias Domaschk aufgestellt. Nur wenige Tage später ließ die Staatssicherheit das 200 Kilogramm schwere Kunstwerk entfernen. Seitdem ist die Skulptur spurlos verschwunden.
- Ereignis: Ungeklärtes Verschwinden der Gedenkskulptur für Matthias Domaschk im Jahr 1982
- Initiative: Zeugenaufruf von Pfarrer Andreas Simon zur Aufklärung des Verbleibs
- Historischer Kontext: Widerstandssymbol gegen das DDR-Regime nach dem Tod des Bürgerrechtlers
Historische Relevanz als Widerstandssymbol
Matthias Domaschk war ein bekannter Jenaer Bürgerrechtler, der im April 1981 nach einer Festnahme durch die DDR-Staatssicherheit unter ungeklärten Umständen im Gefängnis ums Leben kam. Sein Tod löste in oppositionellen Kreisen tiefe Erschütterung aus. Die vom Bildhauer Michael Blumhagen geschaffene Kalksteinskulptur – eine Schutz suchende Menschengestalt – sollte als zentraler Ort des Gedenkens dienen.
Am 13. April 1982 wurde die Figur von der Stadtwirtschaft abtransportiert und in einem Betrieb in der Wittenbergstraße untergestellt. Akten des Ministeriums für Staatssicherheit belegen, dass sich die Spur der Skulptur am 15. Mai 1982 verlor.
Pfarrer Andreas Simon startet Zeugenaufruf
Pfarrer Andreas Simon hat in den vergangenen Monaten umfangreiche Archivalien ausgewertet und ist überzeugt, dass die Skulptur nicht zerstört, sondern möglicherweise entwendet oder ins Ausland verkauft wurde. Da der zugehörige Sockel mit Domaschks Namen fehlt, ist es denkbar, dass heutige Besitzer die historische Bedeutung des Kunstwerks nicht kennen.
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Jena und die DDR-Vergangenheit: Historische Bildbände und Literatur
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Hintergrund zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte in Jena
Die Suche nach der Domaschk-Skulptur ist Teil einer umfassenden Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Wirkens der Staatssicherheit in Thüringen. Während heute ein Ehrengrab im Urnenhain auf dem Nordfriedhof an den Bürgerrechtler erinnert, bleiben viele Einzelschicksale und Unterdrückungsmaßnahmen des Regimes Gegenstand historischer Recherchen.
Die Initiative wird unter anderem vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Jena unterstützt. Hinweise aus der Bevölkerung sollen nun helfen, das Schicksal der Skulptur aufzuklären. Wer sachdienliche Informationen zu den damaligen Vorgängen, dem Abtransport oder dem Verbleib geben kann, wird gebeten, sich an die kirchlichen Stellen oder zuständigen Archive zu wenden.
Quelle:
DDR-Regimekritiker Domaschk: Wo ist die Gedenkskulptur an seinem Jenaer Grab?
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.