- Was: Entdeckung einer seltenen Fossillagerstätte aus der Trias
- Wo: Atacama-Wüste, Chile (Südamerika)
- Wer: Forschungsteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Zeitraum: Funde datiert auf 252 bis 201 Millionen Jahre vor heute
Jena/Chile. Es ist ein wissenschaftlicher Paukenschlag, der seinen Ursprung in Thüringen hat und bis nach Südamerika hallt: Einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in der chilenischen Atacama-Wüste ein bemerkenswerter Fund gelungen. Die Wissenschaftler entdeckten eine „ungewöhnlich reiche Fossillagerstätte“, die einen detaillierten Blick in eine längst vergangene Welt ermöglicht.
Ein Fenster in die Trias
Die Entdeckung in der Atacama-Wüste, die heute als einer der trockensten Orte der Erde gilt, zeugt von einer völlig anderen klimatischen Vergangenheit. Die Funde stammen aus der Trias, einer erdgeschichtlichen Periode, die vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren andauerte. Zu jener Zeit war die Landmasse der Erde noch im gigantischen Südkontinent Gondwana vereint, der unter anderem das heutige Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis umfasste.
Diego Volosky von der Universität Jena, der das Projekt leitet, spricht von einer kleinen Sensation. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, erklärt der Wissenschaftler. Die Grabungen förderten ein komplexes Ökosystem zu Tage, das einst in einem Süßwassersee existierte. Zu den Funden gehören Pflanzen, Insekten, Süßwasserkrebse, Weichtiere sowie Fische und sogar Haie. Besonders hervorzuheben ist, dass einige der entdeckten Insekten- und Fischarten in dieser Region zuvor noch nie nachgewiesen wurden.
Exzellente Erhaltung dank Sauerstoffarmut
Was diesen Fundplatz für die Paläontologie so wertvoll macht, ist der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Fossilien. Die Forscher führen dies auf die speziellen Bedingungen im damaligen See zurück. Feinkörnige Sedimente und eine sauerstoffarme Umgebung am Gewässergrund sorgten dafür, dass die toten Organismen nicht von Aasfressern vertilgt wurden oder durch natürliche Zersetzungsprozesse verschwanden.
Dieser „Glücksfall“ der Natur konservierte Details, die sonst oft verloren gehen. „So blieben Insekten vollständig erhalten, außerdem Fischskelette mit Hautabdrücken und die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen“, beschreibt Volosky die Qualität der Exponate. Dies ermöglicht den Wissenschaftlern, nicht nur einzelne Tiere zu bestimmen, sondern ein fast vollständiges Nahrungsnetz und die Interaktionen innerhalb des damaligen Ökosystems zu rekonstruieren.
Jenaer Expertise weltweit gefragt
Die Forschungsergebnisse, die nun in der Fachzeitschrift Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology veröffentlicht wurden, sind das Resultat einer breiten internationalen Zusammenarbeit. Neben der Uni Jena sind Institutionen aus Chile und Argentinien beteiligt. Zum Team gehört auch die Mikropaläontologin Olga Schmitz, die an der Universität Jena sowie am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie forscht. Ihre Expertise war entscheidend, um winzige Muschelkrebse (Ostrakoden), die oft kleiner als einen Millimeter sind, aus den Gesteinsproben zu extrahieren.
Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena, betont die Bedeutung des Projekts. Die Funde könnten helfen, langfristige Muster zu verstehen, wie sich das Leben nach großen Katastrophen erholt – schließlich folgte die Trias auf das größte bekannte Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums. Für die Jenaer Forscher ist die Arbeit damit noch lange nicht beendet: Die detaillierte Bestimmung und Beschreibung der zahlreichen Fossilien wird das Team noch lange beschäftigen.
Die Universität Jena unterstreicht mit diesem Projekt erneut ihre Relevanz in der internationalen geowissenschaftlichen Forschung und liefert wichtige Puzzleteile zum Verständnis unserer Erdgeschichte.
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