Jena geht gegen illegale Graffiti vor: Neues Konzept beschlossen

Jena, 07.05.2026 – Der Jenaer Stadtrat hat ein umfassendes Konzept zum Umgang mit illegalen Graffiti, Tags und Schmierereien beschlossen. Ziel ist es, Sachbeschädigungen im gesamten Stadtgebiet nachhaltig zu reduzieren, Eigentümer zu entlasten und gleichzeitig legale Street-Art-Angebote zu fördern.

  • Maßnahme: Neues Sechs-Säulen-Konzept gegen illegale Graffiti
  • Akteure: Stadtrat, Verwaltung, Eigenbetriebe, Jugendhilfe und Polizei
  • Neuerung: Eigene Melde-Kategorie im städtischen Mängelmelder
  • Fokus: Extremistische, strafbare oder besonders frische Schmierereien haben Priorität

Ein ganzheitlicher Ansatz für das Stadtbild

Das neue Vorgehen gegen illegale Graffiti in Jena stützt sich auf ein sogenanntes Sechs-Säulen-Modell. Es umfasst die Bereiche Prävention, Repression, Bereinigung, Unterstützung privater Eigentümer, Monitoring sowie die gezielte Förderung legaler Graffiti-Flächen. Ausgearbeitet wurde die Strategie ressortübergreifend von einer Arbeitsgruppe, in der städtische Verwaltung, Jugendhilfe, Eigenbetriebe und die Polizei eng zusammenwirkten.

Schnellere Meldewege für Bürger

Um illegale Schmierereien im Stadtgebiet künftig zügiger zu erfassen und beseitigen zu können, wurde der städtische Mängelmelder angepasst. Ab sofort steht dort eine eigene Kategorie für Graffiti zur Verfügung. Die Verwaltung legt bei der Bearbeitung klare Prioritäten fest: Strafbare Inhalte, extremistische Symbole sowie sehr frische Tags sollen bevorzugt behandelt und schnellstmöglich entfernt werden. Auch die internen Bearbeitungsprozesse innerhalb der städtischen Behörden werden hierfür neu strukturiert.

Prävention und Perspektiven für legale Kunst

Neben der Strafverfolgung, die durch eine engere Abstimmung zwischen Polizei und Justiz intensiviert werden soll, setzt das Konzept stark auf Prävention. Geplant sind Aufklärungsprojekte an Schulen und in städtischen Jugendzentren, um für die Konsequenzen von illegalem Sprühen zu sensibilisieren. Gleichzeitig erkennt die Stadt den Bedarf an kreativen Freiräumen an und plant die Ausweisung weiterer legaler Flächen für Graffiti-Künstler.

Unterstützung für Privateigentümer noch in Prüfung

Da nicht nur städtisches Eigentum, sondern oft auch private Immobilien von Schmierereien betroffen sind, sieht das Konzept eine Säule zur Unterstützung von Hausbesitzern vor. Ob und in welcher Form Fördermöglichkeiten zur Bereinigung privater Fassaden umgesetzt werden, wird aktuell von der Stadtverwaltung geprüft. Bislang stehen für private Eigentümer jedoch noch keine finanziellen Mittel zur Verfügung.

Hintergrund: Vandalismus vs. Street-Art
Illegale Graffiti verursachen bundesweit jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe. Die Kosten für eine professionelle Fassadenreinigung können, je nach Untergrund und verwendeter Farbe, schnell vierstellige Beträge erreichen. Städte wie Jena setzen daher zunehmend auf eine Doppelstrategie: Die konsequente Entfernung von Vandalismus und das gleichzeitige Angebot legaler Flächen. Legale Wände (sogenannte „Hall of Fames“) bieten der Szene Raum für urbane Kunst und tragen nachweislich dazu bei, unkontrollierte Schmierereien im näheren Umfeld zu reduzieren. Der städtische Mängelmelder, über den nun auch Graffiti gemeldet werden können, ist eine zentrale Bürgerplattform in Jena, die per App oder über die städtische Website erreichbar ist.

Quelle:

Jena beschließt Maßnahmen gegen illegale Graffiti


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