Jena, 22.04.2026. Dem Jenaer Softwareunternehmen Intershop ist im ersten Quartal 2026 der Sprung aus den roten Zahlen gelungen. Ein konsequentes Kostensenkungsprogramm verhalf dem E-Commerce-Pionier zu einem ausgeglichenen Ergebnis, auch wenn der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig war.
- Unternehmen: Intershop Communications AG (Jena)
- Ergebnis Q1 2026: Ausgeglichen nach vorherigen Verlusten
- Umsatz Q1 2026: 7,9 Millionen Euro (Vorjahr: 9,1 Mio. Euro)
- Belegschaft: Rückgang um 40 auf ca. 220 Mitarbeiter weltweit
- Ausblick: Ausgeglichenes Gesamtjahr 2026 bei leichtem Umsatzrückgang erwartet
Stellenabbau und Budgetkürzungen
Finanzvorständin Petra Stappenbeck fand bei der Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen deutliche Worte: Ein „knallhartes Kostensenkungsprogramm“ sei notwendig gewesen, um die Ausgaben an die gesunkenen Umsätze anzupassen. Die Einschnitte betrafen dabei essenzielle Bereiche wie den Vertrieb sowie die Forschung und Entwicklung.
Spürbar sind die Maßnahmen insbesondere beim Personal: Innerhalb eines Jahres schrumpfte die Belegschaft durch Kündigungen und den Verzicht auf Nachbesetzungen um 40 Stellen. Aktuell beschäftigt die Intershop Communications AG weltweit noch rund 220 Mitarbeiter. Der Abbau fand dabei nicht nur am Hauptsitz in Deutschland statt, sondern betraf auch Standorte in den USA und Kanada.
Kunden zögern bei Neuinvestitionen
Trotz der schwarzen Null bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Vorstandschef Markus Dränert erklärte den erwarteten Umsatzrückgang auf 7,9 Millionen Euro (im Vergleich zu 9,1 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres) mit einer spürbaren Zurückhaltung auf Kundenseite. „Das Neukundengeschäft bleibt schwierig“, so Dränert. Aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheiten würden viele Unternehmen aktuell ihre Budgets für Investitionen zusammenstreichen und Entscheidungen aufschieben.
Einen Lichtblick bietet jedoch das Kerngeschäft: Der Umsatz mit Miet- und Cloud-Software (Software as a Service) stieg gegen den allgemeinen Trend um drei Prozent auf 5,3 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang in diesem spezifischen Bereich verzeichnete ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Offensive mit Künstlicher Intelligenz
Um neue Impulse auf dem umkämpften Softwaremarkt zu setzen, plant Intershop im Mai die Einführung neuer Funktionen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI). Die neuen Anwendungen sollen E-Commerce-Kunden künftig dabei helfen, bestimmte Routineabläufe – wie beispielsweise die Erstellung von Artikelbeschreibungen in großen Produktdatenbanken – effizient zu automatisieren.
Die Intershop Communications AG gehört zu den bekanntesten ostdeutschen Erfolgsgeschichten der Nachwendezeit. Gegründet in den 1990er-Jahren in Jena, zählte das Unternehmen zu den internationalen Pionieren, die den Handel im Internet durch frühe E-Commerce-Plattformen überhaupt erst flächendeckend ermöglichten. Während des Dotcom-Booms zur Jahrtausendwende stieg Intershop zeitweise zu einem der wertvollsten Unternehmen im damaligen Neuen Markt der Deutschen Börse auf. Auch nach starken konjunkturellen Schwankungen und einem grundlegenden Wandel des Geschäftsmodells hin zur Cloud-Software blieb das Unternehmen stets ein wichtiger Baustein für Jenas Ruf als führender Digital- und Technologiestandort in Thüringen.
Quelle:
Intershop schafft ausgeglichenes Ergebnis – „Knallhartes“ Sparprogramm
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