Jena, 22. Juli 2026 – Der E-Commerce-Spezialist Intershop hat im ersten Halbjahr 2026 trotz sinkender Erlöse die Rückkehr in die Gewinnzone eingeleitet. Durch konsequente Kostendisziplin schaffte das börsennotierte Thüringer Unternehmen die Wende bei der Ertragslage.
- Unternehmen: Intershop Communications AG, Jena
- Umsatz H1 2026: 15,8 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro)
- Ergebnis nach Steuern: -54.000 Euro (Vorjahr: -1,1 Mio. Euro)
- Mitarbeiterzahl: ca. 220 (stabilisiert)
- Prognose 2026: Ausgeglichenes EBIT bei leicht sinkendem Umsatz bestätigt
Kostensenkung bringt spürbare Ertragswende
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 verzeichnete Intershop einen Umsatzrückgang von 17,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 15,8 Millionen Euro. Als Hauptgrund nannte Vorstands-Chef Markus Dränert eine ausgeprägte Zurückhaltung europäischer Kunden bei Neuinvestitionen im Online-Handel. Trotz der geringeren Erlöse verbesserte sich die Ergebnissituation deutlich: Nach einem Verlust von 1,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 schloss der Konzern das aktuelle Halbjahr mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis von minus 54.000 Euro ab.
Die positive Entwicklung ist vor allem auf ein straffes Kostensenkungsprogramm zurückzuführen. Durch den Abbau von 40 Stellen im vergangenen Jahr reduzierte sich die Belegschaft auf rund 220 Mitarbeiter. Laut Finanzvorständin Petra Stappenbeck hat sich die Personalsituation inzwischen konsolidiert, sodass für die Zukunft von einer Stabilisierung der Mitarbeiterzahl ausgegangen wird.
Zukunftschancen durch KI-Lösungen und internationale Märkte
Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Vorstand mit ersten Erholungssignalen, die sich vor allem im US-amerikanischen und australischen Markt abzeichnen. Zur Weiterentwicklung seines Geschäftsmodells setzt Intershop verstärkt auf Cloud-Lösungen sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz. Mithilfe von KI-Agenten und Copiloten sollen aufwendige Prozesse im E-Commerce – wie etwa die fortlaufende Anpassung und Erstellung von Produktbeschreibungen – automatisiert werden. Dies biete den Kunden erhebliche Einsparpotenziale.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte die Unternehmensführung ihre Prognose: angestrebt wird ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT).
Hintergrund: Intershop als ostdeutscher Software-Pionier
Intershop gehört zu den prägenden Technologieunternehmen Jenas und galt in den 1990er-Jahren als einer der Pioniere des weltweiten Online-Handels. Vom Hauptsitz in Jena aus entwickelte die Firma wegweisende Systeme zur Abwicklung des B2B-Internethandels. In den vergangenen Jahren vollzog das Unternehmen eine strategische Transformation hin zu modernen Miet- und Cloud-Software-Modellen.
Quelle:
Internethandel: Intershop trotz Umsatzrückgangs mit besserem Ertrag
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