Großbaustelle am Paradiesbahnhof: Komplette Erneuerung der Straßenbahntrasse startet am 29. Juni

Jena, 29. Mai 2026. Am zentralen Verkehrsknotenpunkt Paradiesbahnhof steht eine monatelange bauliche Zäsur bevor: Ab dem 29. Juni 2026 wird die dortige Straßenbahntrasse in drei komplexen Abschnitten vollkommen erneuert. Da es sich um eine der am stärksten frequentierten Strecken des Jenaer Nahverkehrs handelt, müssen sich Pendler auf weitreichende Einschränkungen und einen umfassenden Schienenersatzverkehr einstellen.

  • Was: Vollständige Erneuerung der Straßenbahntrasse (Schienen und Unterbau)
  • Wann: Start am 29. Juni 2026, geplantes Ende im Frühjahr 2027
  • Wo: Bereich Paradiesbahnhof, Jena
  • Einschränkungen: Unterbrechung der Straßenbahnlinien, Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen

Schienennetz am Limit: Warum die Erneuerung unumgänglich ist

Das Straßenbahnnetz rund um den Paradiesbahnhof zählt zu den absoluten Lebensadern der Jenaer Infrastruktur. Täglich rollen hunderte Bahnen über diesen Abschnitt, um Fahrgäste aus den bevölkerungsreichen Stadtteilen wie Lobeda und Winzerla in das Stadtzentrum zu transportieren. Nach rund drei Jahrzehnten ununterbrochener, intensiver Nutzung haben die Schienen und vor allem das darunterliegende Betonfundament ihre Verschleißgrenze erreicht. Die Schäden im Untergrund lassen sich nicht mehr durch provisorische Reparaturen beheben.

Eine grundlegende Sanierung ist unumgänglich, um die langfristige Betriebssicherheit und den Lärmschutz im städtischen Nahverkehr zu gewährleisten. Mit der Erneuerung der Trasse investieren die Stadtwerke Jena in ein zukunftsfähiges Schienennetz, das den Anforderungen moderner Niederflurbahnen und steigender Fahrgastzahlen auch in den kommenden Jahrzehnten standhält.

Massive Auswirkungen auf den Pendlerverkehr

Der Paradiesbahnhof bildet den zentralen Umstiegspunkt zwischen dem Schienenpersonennahverkehr der Deutschen Bahn und dem städtischen Nahverkehr. Tausende Berufspendler und Studierende, die täglich am Bahnhof Jena-Paradies ankommen, sind auf die direkten Anschlüsse der Straßenbahn angewiesen. Durch die Vollsperrung des betroffenen Abschnitts ab dem 29. Juni wird diese direkte Kette vorübergehend unterbrochen.

Die Sperrung erfordert eine weiträumige Umstrukturierung des gesamten Liniennetzes. Fahrgäste müssen mit deutlich verlängerten Reisezeiten und zusätzlichen Umstiegen rechnen. Besonders zu den Stoßzeiten im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr wird mit erheblichen Kapazitätsengpässen gerechnet.

Schienenersatzverkehr (SEV) im Detail

Um die Mobilität der Bürger und Pendler zu sichern, wird ein leistungsstarker Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Verkehrsplaner haben hierzu folgendes Konzept ausgearbeitet:

  • Ersatzbusse: Die gesperrten Straßenbahnabschnitte werden durch Gelenkbusse bedient, um möglichst hohe Fahrgastkapazitäten abzufangen.
  • Linienführung: Die Busse des Ersatzverkehrs verkehren in dichtem Takt zwischen dem Stadtzentrum (Holzmarkt/Teichgraben) und den südlichen Stadtteilen.
  • Haltestellen: Nahegelegene Ersatzhaltestellen werden eingerichtet, die fußläufig vom DB-Bahnhof Jena-Paradies erreichbar sind.

Trotz des dichten Takts wird Pendlern dringend empfohlen, sich bereits vor Fahrtantritt über die digitalen Auskunftssysteme des Jenaer Nahverkehrs zu informieren und zusätzliche Zeitpuffer einzuplanen.

Die drei Bauphasen bis zum Frühjahr 2027

Die Großbaustelle wird in drei zeitlich versetzten Bauabschnitten realisiert, um die Beeinträchtigungen für den Individual- und Nahverkehr so weit wie möglich zu minimieren:

  • 1. Bauabschnitt (ab 29. Juni 2026): Beginn der Hauptarbeiten direkt im Kreuzungsbereich des Paradiesbahnhofs mit ersten Gleisdemontagen.
  • 2. Bauabschnitt (Herbst 2026): Tiefbauarbeiten am Schienenfundament und Verlegung der neuen Gleisbriketts sowie Anpassung der Haltestellenbereiche.
  • 3. Bauabschnitt (Winter 2026/Frühjahr 2027): Finale Asphaltierungsarbeiten, Oberleitungsmontage und anschließende Test- und Abnahmefahrten vor der Wiederinbetriebnahme.

🚗 Verkehrs- & Alltagsfolgen: Der Paradiesbahnhof als Lebensader Jenas

Der Haltepunkt Paradiesbahnhof verknüpft nicht nur den städtischen Straßenbahn- und Busverkehr, sondern fungiert über den angrenzenden DB-Bahnhof Jena-Paradies als direktes Tor für Pendler aus dem Umland (u.a. Erfurt, Weimar, Naumburg und Saalfeld). Täglich nutzen Zehntausende diesen Umstiegspunkt. Während der Bauzeit bis Frühjahr 2027 müssen Pendler auf den Schienenersatzverkehr (SEV) ausweichen, der über die parallel verlaufenden Hauptverkehrsachsen wie die Stadtrodaer Straße (B88) und den Knebel geleitet wird. Ortskundigen Autofahrern wird dringend empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren, da auch mit Verzögerungen im Straßenverkehr zu rechnen ist.


Quelle:

Straßenbahntrasse erneuert – Großbaustelle startet am Paradiesbahnhof


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