Jena, 28. Juni 2026. Am morgigen Montag, dem 29. Juni 2026, verwandelt sich einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Jenas in eine Großbaustelle: Rund um den Paradiesbahnhof beginnt der grundhafte Ausbau der Straßenbahngleise. Fahrgäste, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer müssen sich auf erhebliche Einschränkungen, Sperrungen und weiträumige Umleitungen im innerstädtischen Bereich einstellen.
- Projekt: Grundhafte Erneuerung von 610 Metern Gleisen, sechs Weichen und drei Gleiskreuzungen sowie barrierefreier Umbau der Haltestelle Paradiesbahnhof.
- Bauzeitraum: Beginn am Montag, 29. Juni 2026. Erste Phase bis Mitte Oktober 2026. Gesamtabschluss im April 2027.
- Hauptbetroffene: Straßenbahn-Pendler, Radfahrer und Fußgänger im Zentrum sowie der Straßenverkehr rund um die Knebelstraße.
- Verbindungstipp: Nutzen Sie die ausgewiesenen Umleitungen und planen Sie zusätzliche Fahrzeiten ein, insbesondere im Berufsverkehr.
Notwendigkeit der Sanierung nach 30 Jahren Betrieb
Die Schienenwege rund um das vielbefahrene Gleisdreieck an der Knebelstraße stammen in weiten Teilen aus den 1990er-Jahren. Nach rund drei Jahrzehnten intensiver Nutzung durch den Nahverkehr und den kreuzenden Individualverkehr weisen die Gleisanlagen erhebliche Verschleißerscheinungen auf. Um den sicheren und zuverlässigen Straßenbahnbetrieb für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten, führt der Jenaer Nahverkehr nun diese umfangreichen Sanierungsarbeiten durch. Im Zuge der Maßnahmen wird zudem die Haltestelle Paradiesbahnhof komplett barrierefrei umgestaltet.
Diese Großbaustelle erfordert eine logistische Meisterleistung, da sie zeitlich mit anderen städtischen Infrastrukturprojekten korrespondiert – wie etwa der geplanten großen Fernwärme-Unterbrechung ab dem 30. Juni, die ebenfalls temporäre Anpassungen im Stadtgebiet verlangt.
Detaillierter Zeitplan der Bauphasen
Das Gesamtprojekt ist in mehrere Abschnitte unterteilt, um die Einschränkungen im Stadtzentrum so weit wie möglich zu staffeln:
- Phase 1 (29. Juni bis Mitte Oktober 2026): Sperrung des Gleisdreiecks an der Knebelstraße. In dieser Zeit erfolgen die intensivsten Gleisbauarbeiten und der Austausch der Weichenverbindungen.
- Phase 2 & 3 (Mitte Oktober 2026 bis April 2027): Fertigstellung der Gleisbereiche, Anschlussarbeiten an die bestehende Infrastruktur und der vollständige barrierefreie Ausbau der Haltestellenanlagen am Paradiesbahnhof.
Konkrete Sperrungen am Verkehrsknotenpunkt
Ab Montagvormittag treten folgende baubedingte Sperrungen im Baustellenbereich in Kraft:
- Gleissperrung: Der Straßenbahnverkehr zwischen dem Stadtzentrum (Holzmarkt) und den südlichen Stadtteilen über die Knebelstraße ist komplett unterbrochen.
- Fahrspureinschränkungen: Auf der Knebelstraße kommt es im Baustellenbereich zu Verengungen und Sperrungen einzelner Fahrstreifen für den motorisierten Individualverkehr.
- Geh- und Radwegsperrung: Die direkten Fuß- und Radwege entlang der Baustelle am Volksbad und auf der Paradiesbrücke sind abschnittsweise gesperrt.
Umleitungen für Pendler, Radfahrer und Fußgänger
Zur Bewältigung der Verkehrsströme wurden umfassende Umleitungskonzepte erarbeitet, um den Verkehrsfluss bestmöglich aufrechtzuerhalten:
- Straßenbahnverkehr: Die Linienführung wird während der ersten Phase grundlegend angepasst. Bahnen aus Richtung Norden enden im Stadtzentrum, während für die Strecken in Richtung Lobeda und Winzerla ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet wird. Genaue Fahrplanänderungen sind den Aushängen und den digitalen Auskunftsmedien des Jenaer Nahverkehrs zu entnehmen.
- Fußgängerführung: Fußgänger, die den Paradiesbahnhof oder das angrenzende Volksbad erreichen möchten, werden über gesicherte und ausgeschilderte Ersatzwege um das Baufeld herumgeleitet.
- Radverkehr: Der Radverkehr wird großräumig über die Wege des angrenzenden Paradiesparks und die Rasenmühleninsel umgeleitet, um Konflikte im engen Baustellenbereich an der Knebelstraße zu vermeiden.
🚗 Verkehrs- & Alltagsfolgen: Der Paradiesbahnhof als Lebensader
Der Bereich rund um den Paradiesbahnhof gilt als einer der am stärksten frequentierten Abschnitte des Jenaer Verkehrsnetzes. Hier verknüpfen sich nicht nur die wichtigsten Nord-Süd-Straßenbahnlinien der Universitätsstadt, sondern auch der regionale Bahnverkehr an der Saalbahn mit dem städtischen und regionalen Busverkehr. Die Knebelstraße dient zudem als wichtige Verbindungsachse zur Bundesstraße B88. Aufgrund dieser enormen strategischen Bedeutung wirken sich Bauarbeiten an diesem Nadelöhr unmittelbar auf Zehntausende Pendler aus dem gesamten Stadtgebiet sowie aus dem Umland aus. Die Nutzung von Ausweichrouten über die West- und Ostumfahrung wird während der Hauptverkehrszeiten dringend empfohlen.
Quelle:
Großbaustelle am Paradiesbahnhof in Jena: Das müssen Sie jetzt wissen
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