Forscherin des UKJ: Weniger Krankenkassen senken Kosten kaum

Jena, 22. April 2026. In der anhaltenden Debatte um steigende Kassenbeiträge und notwendige Einsparungen im Gesundheitswesen wird häufig gefordert, die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren. Eine Gesundheitswissenschaftlerin des Universitätsklinikums Jena (UKJ) tritt dieser populären Forderung nun entgegen und ordnet die tatsächlichen Kostenrelationen ein.

  • Forschung: Verena Vogt, Gesundheitswissenschaftlerin am Universitätsklinikum Jena
  • Kernaussage: Die Reduzierung der Krankenkassenanzahl bringt kaum spürbare Einspareffekte für die Versicherten.
  • Faktenlage: Die Verwaltungskosten machen mit 13,3 Milliarden Euro nur vier Prozent der Gesamtausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung aus.

Verwaltungskosten als geringster Ausgabenposten

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte Verena Vogt, dass der finanzielle Nutzen einer Zusammenlegung oder Abschaffung von Krankenkassen in der öffentlichen Wahrnehmung massiv überschätzt werde. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Nettoverwaltungsausgaben aller gesetzlichen Kassen auf rund 13,3 Milliarden Euro. Das klingt nach viel, entspricht jedoch lediglich etwa vier Prozent der immensen Gesamtausgaben im deutschen Krankenversicherungssystem.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Der absolute Großteil der Gelder fließt direkt in die medizinische Versorgung, in Medikamente, Pflegeleistungen und die klinische Infrastruktur. Die schlichte Vielzahl der Krankenversicherungen ist laut Vogt folglich nicht der Hauptgrund für die steigenden Kosten. Für eine echte Stabilisierung der Beitragssätze müssten tiefergreifende Strukturreformen angedacht werden, die nicht nur bei der Verwaltung der Krankenkassen ansetzen.

Hintergrund: Versorgungsforschung am UKJ

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) im Stadtteil Lobeda ist nicht nur das größte Krankenhaus und der größte Arbeitgeber der Region, sondern auch das einzige Universitätsklinikum in Thüringen. Ein wichtiger wissenschaftlicher Fokus liegt auf der evidenzbasierten Versorgungsforschung. Forscher analysieren hier anhand von Gesundheitsdaten, wie effizient und zielgerichtet Patienten versorgt werden und welche Reformen auf bundespolitischer Ebene tatsächlich einen echten Mehrwert für das Gesundheitssystem bieten können.


Quelle:

Forscherin aus Jena: Kassenvielzahl ist nicht der Kostentreiber


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