Jena, 17. August 2026. Forschenden des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist ein wichtiger Durchbruch in der Alternsforschung gelungen. Sie haben das Rätsel um die Funktionsweise epigenetischer Altersuhren gelüftet und eine neue Methode zur Bestimmung des biologischen Alters entwickelt.
- Ereignis: Entschlüsselung epigenetischer Altersuhren durch FLI-Forschende in Jena
- Kerninnovation: Entwicklung der ‚TFMethyl Clock‘ zur Erklärung biologischer Mechanismen
- Beteiligte: Team um Steve Hoffmann, Alena van Bömmel und Tushar Patel (FLI Jena) in Kooperation mit internationalen Partnern
Die Entschlüsselung der ‚Black Box‘
Epigenetische Uhren gelten in der Wissenschaft seit Jahren als verlässliche Werkzeuge, um das chronologische Alter von Menschen anhand chemischer Markierungen auf der DNA (sogenannte DNA-Methylierung) vorherzusagen. Bisher haftete diesen Verfahren jedoch das Problem an, dass niemand genau wusste, welche biologischen Prozesse sie tatsächlich messen. In der Fachwelt wurde deshalb oft von einer ‚Black Box‘ gesprochen.
Ein Team um Steve Hoffmann, Alena van Bömmel und Erstautor Tushar Patel vom FLI Jena untersuchte nun gemeinsam mit Partnern aus Jerusalem, Edinburgh und London gezielt die DNA-Bereiche bekannter Altersuhren. Im Fokus standen dabei Transkriptionsfaktoren – also jene Proteine, die Gene an- und ausschalten und somit essenzielle biologische Prozesse steuern.
Die neue ‚TFMethyl Clock‘
Entgegen der ursprünglichen Annahme zeigte sich, dass viele bisherige DNA-Marker gar nicht in diesen regulatorisch wichtigen Bereichen liegen. Auf Basis ihrer Analysen entwickelten die Jenaer Wissenschaftler daher die neue sogenannte TFMethyl Clock. Diese berücksichtigt gezielt DNA-Methylierungsstellen in den Bindungsregionen von Transkriptionsfaktoren.
Das neue Modell sagt das Alter nicht nur extrem präzise voraus, sondern liefert erstmals konkrete Einblicke in die biologischen Mechanismen hinter den Alterungssignalen. Dabei stießen die Forschenden unter anderem auf Signalwege im Zusammenhang mit chronischen Entzündungsprozessen („Inflammaging“) sowie dem Fettstoffwechsel.
Hintergrund: Alternsforschung in Jena
Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist die erste deutsche Forschungseinrichtung, die sichbiomedizinisch der Erforschung der molekularen Mechanismen des Alterns widmet. Durch die enge Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Relevanz gehört der Standort zu den führenden Zentren der europäischen Alternsforschung. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen langfristig dazu beitragen, altersbedingte Erkrankungen besser zu verstehen und präventive Therapien zu entwickeln.
Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal Nucleic Acids Research sowie in npj aging veröffentlicht. Die neuen Methoden könnten künftig dabei helfen, Risiken für altersbedingte Erkrankungen früher zu erkennen und medizinische Interventionen zielgerichteter anzusetzen.
Quelle:
Wie alt bin ich? Jenaer Forscher knacken das Rätsel der biologischen Altersuhren
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.