Millionen-Investitionen trotz Haushaltssperre: Stadt und Stadtwerke Jena stellen Pläne für 2026 vor

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Investitionsvolumen Stadtwerke (2026): ca. 150 Millionen Euro
  • Zuschussbedarf der Stadt (ÖPNV & Bäder): 7,4 Millionen Euro
  • Investition GalaxSea (gesamt): 24,4 Millionen Euro
  • Energie- & Wärmewende: 45 Millionen Euro
  • Wohnungssanierung (jenawohnen): ca. 50 Millionen Euro

Jena. Die fetten Jahre, in denen kommunale Unternehmen die Stadtkasse fast automatisch entlasteten, sind vorbei – zumindest vorerst. In einem gemeinsamen Pressegespräch haben die Stadtspitze und die Geschäftsführung der Stadtwerke Jena Gruppe am Mittwoch die finanzielle Marschroute für das Jahr 2026 vorgestellt. Die Botschaft ist ambivalent: Während die Stadtverwaltung aufgrund sinkender Einnahmen sparen muss, drücken die Stadtwerke bei Investitionen in die Daseinsvorsorge aufs Gaspedal.

Ein Paradigmenwechsel in der Finanzierung

Lange Zeit funktionierte das Prinzip „Querverbund“ in Jena reibungslos: Gewinne aus der Energieversorgung stützten defizitäre Bereiche wie den Nahverkehr oder die Bäder und flossen teils in den städtischen Haushalt. Diese Mechanik hat sich gewandelt. Finanzdezernent und Bürgermeister Benjamin Koppe machte deutlich, dass sich das Verhältnis umgekehrt hat. Heute muss der städtische Haushalt finanzielle Beiträge leisten, um die Angebote der Stadtwerke abzusichern.

Konkret bedeutet dies für das Jahr 2026: Die Stadt Jena muss voraussichtlich 7,4 Millionen Euro zuschießen, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Umbau der Bäderlandschaft zu finanzieren. Dieser Betrag ist im Haushalt bereits fest eingeplant. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer verhängten Haushaltssperre seit Beginn des Jahres, die die Stadtverwaltung zu strikter Priorisierung zwingt. „Jena befindet sich dabei nicht in einer Sonderlage, sondern in einer Entwicklung, die Kommunen bundesweit betrifft“, ordnete Koppe die Situation ein.

Wohin fließen die 150 Millionen Euro?

Trotz der angespannten Rahmenbedingungen planen die Stadtwerke Jena für das Jahr 2026 Gesamtinvestitionen von rund 150 Millionen Euro. Für das darauffolgende Jahr 2027 sind sogar 165 Millionen Euro anvisiert. Die Geschäftsführung unter Claudia Budich und Tobias Wolfrum stellte klar, dass diese Ausgaben notwendig sind, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu halten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf drei Säulen:

  • Energie- und Wärmewende: Mit rund 45 Millionen Euro fließt ein großer Teil des Geldes in den Umbau der Energieversorgung. Ziel ist es, Jena zuverlässig und perspektivisch klimaneutral zu versorgen.
  • Wohnen: Die jenawohnen GmbH plant Investitionen von rund 50 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Bestände, was direkt der Lebensqualität in den Stadtteilen zugutekommt.
  • Freizeit & Bäder: Ein Leuchtturmprojekt bleibt das Freizeitbad GalaxSea. Für dessen energetischen Umbau sind über den gesamten Sanierungszeitraum 24,4 Millionen Euro veranschlagt.

Herausforderung Transformation

Die Stadtwerke stehen vor der gewaltigen Aufgabe, die Transformation hin zur Klimaneutralität zu stemmen, ohne die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden. „Dafür braucht es Mut, Planungssicherheit und klare Prioritäten“, betonte Claudia Budich. Die Investitionen seien ein wichtiges Signal an die Kunden und die Stadt, dass die Versorgungssicherheit auch in unruhigen Zeiten gewährleistet bleibe.

Für die Bürgerinnen und Bürger in Jena bedeutet dies: Die großen Baustellen im Stadtbild – sei es im Leitungsnetz für Fernwärme oder bei der Modernisierung von Wohnblocks – werden auch 2026 zum Alltag gehören. Sie sind der Preis für eine modernisierte Infrastruktur in einer Stadt, die lernen muss, mit begrenzten finanziellen Mitteln ihre Daseinsvorsorge neu zu justieren.

Die vorgestellten Pläne zeigen, dass Jena trotz Haushaltssperre handlungsfähig bleibt, jedoch zunehmend auf einen engen Schulterschluss zwischen Verwaltung und städtischen Töchtern angewiesen ist.


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