Kurz & Kompakt: Die Fakten
- Spieler: Kay Seidemann (25)
- Verein: FC Carl Zeiss Jena (Vertrag aufgelöst)
- Hintergrund: Transfer im Sommer 2024 von Ex-Sportchef Stefan Böger
- Grund der Trennung: Disziplinarische Probleme und zerrüttetes Verhältnis zur Fanszene
- Zukunft: Gerüchte um Wechsel zur BSG Chemie Leipzig
JENA (09.02.2026) – Es ist der Schlusspunkt unter ein Kapitel, das in den Geschichtsbüchern des FC Carl Zeiss Jena wohl eher unter der Rubrik „Missverständnis“ geführt werden wird. Der Traditionsverein aus den Kernbergen und Mittelfeldspieler Kay Seidemann haben ihre Zusammenarbeit beendet. Was sportlich vielversprechend begann, scheiterte letztlich an der Hypothek der Vergangenheit und fehlender Disziplin.
Der schwere Rucksack der Erfurter Vergangenheit
Als Kay Seidemann im Sommer 2024 an die Saale wechselte, war die Skepsis groß. Der Grund lag auf der Hand: Seidemann trug zuvor nicht nur das Trikot des Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt, sondern hatte sich in dieser Zeit auch despektierlich über den FCC geäußert. Im Fußball, wo Loyalität und Identifikation hohe Wüter sind, wiegt so etwas schwer.
Die aktive Fanszene in der Südkurve machte aus ihrer Ablehnung keinen Hehl. Während die Mannschaft nach Siegen gefeiert wurde, musste Seidemann oft abseits stehen – ein bizarrer Zustand für einen Mannschaftssport. Zwar versuchten andere Teile des Stadions, dies mit Solidaritätsbekundungen auszugleichen, doch die Grundstimmung blieb dauerhaft belastet. Ein Spieler, der von den eigenen Ultras nicht akzeptiert wird, hat es in Jena traditionell schwer, dauerhaft Fuß zu fassen.
Sportliche Leistung vs. Disziplin
Paradoxerweise stimmte die sportliche Bilanz zunächst. In seiner Debütsaison (2024/25) lieferte der 25-Jährige ab: Zehn Treffer und fünf Vorlagen in 24 Einsätzen sind für einen Mittelfeldspieler im Paradies eine starke Quote. Doch Talent allein reicht im Profifußball bekanntlich nicht aus.
Seit dem vergangenen Sommer häuften sich die Probleme abseits des Platzes. Berichte über fehlende Trainingseinheiten machten die Runde. Die Situation eskalierte soweit, dass Sportdirektor Miroslav Jovic persönlich eingreifen musste, um den Spieler zum Training zu bringen – ein Vorgang, der im professionellen Sport ein Alarmsignal darstellt.
Das Ende mit Ansage
Der endgültige Bruch zeichnete sich seit Jahresbeginn ab. Seidemann verpasste das wichtige Trainingslager in der Türkei aufgrund fehlender Fitness und sollte stattdessen ein individuelles Aufbauprogramm in Jena absolvieren. Doch auch diese Maßnahme fruchtete offenbar nicht. Eine erneute Krankmeldung vor dem Testspiel gegen Plauen (3:2) brachte das Fass zum Überlaufen.
Die Verantwortlichen um Trainer Volkan Uluc und Sportdirektor Jovic zogen nun die Reißleine. Die einvernehmliche Vertragsauflösung ist die logische Konsequenz aus anderthalb Jahren voller Unruhe. Für den FCC bedeutet dies, dass wieder mehr Ruhe in den Kader einkehren kann, um sich auf die sportlichen Ziele in der Regionalliga Nordost zu konzentrieren.
Wie geht es weiter?
Für Kay Seidemann scheint das nächste Kapitel bereits aufgeschlagen zu werden. Nach aktuellen Informationen steht er kurz vor einer Einigung mit dem Liga-Konkurrenten BSG Chemie Leipzig. Ob er dort, ohne die emotionale Last der „Erfurt-Jena-Rivalität“, wieder zu alter Stärke findet, wird die Rückrunde zeigen. In Jena wird man seinen Weg vermutlich genau beobachten – nun aber aus der Distanz.
Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.