FC Carl Zeiss Jena zieht Schlussstrich: Kay Seidemann muss gehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Trennung vollzogen: Der FC Carl Zeiss Jena und Offensivspieler Kay Seidemann haben den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.
  • Vorgeschichte: Seidemann stand wegen seiner Vergangenheit bei Rot-Weiß Erfurt und negativer Äußerungen bei den Fans in der Kritik.
  • Sportliche Gründe: Zuletzt fehlte der 25-Jährige häufig im Training und verpasste das Trainingslager wegen mangelnder Fitness.
  • Zukunft: Gerüchten zufolge steht ein Wechsel zu Chemie Leipzig im Raum.

Jena (31.01.2026) – Ein Kapitel voller Missverständnisse, Störgeräusche und sportlicher Höhen und Tiefen ist an den Kernbergen endgültig beendet. Der FC Carl Zeiss Jena hat die Zusammenarbeit mit Mittelfeldspieler Kay Seidemann offiziell beendet. Damit zieht der Regionalligist die Konsequenzen aus einer Beziehung, die von Anfang an unter keinem guten Stern stand.

Das Ende mit Ansage

Es hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, nun herrscht Gewissheit für alle Beteiligten. Wie der Verein bestätigte, wurde der laufende Vertrag mit dem 25-jährigen Kay Seidemann in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Bereits am Donnerstag wurden die Formalitäten geklärt, am Freitag folgte die offizielle Bestätigung des Klubs. Damit endet eine rund anderthalbjährige Zusammenarbeit, die den Verein und sein Umfeld spürbar belastet hat.

Seidemann war im Sommer 2024 vom damaligen Sportchef Stefan Böger nach Jena geholt worden. Was sportlich als Verstärkung gedacht war, entwickelte sich schnell zu einem Pulverfass im Umfeld des Traditionsvereins. Dass die Trennung nun vollzogen wurde, wird im Paradies von vielen Seiten eher mit Erleichterung als mit Bedauern aufgenommen.

Fan-Wut und die Erfurter Vergangenheit

Um die Dimension dieser Personalie zu verstehen, muss man einen Blick auf die Thüringer Fußball-Folklore werfen. Die Rivalität zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt ist tief verwurzelt und gehört zu den intensivsten in ganz Deutschland. Seidemann hatte nicht nur eine Vergangenheit beim Erzrivalen, sondern soll sich in seiner Erfurter Zeit auch negativ über den Jenaer Klub geäußert haben.

Das Fußballgedächtnis der aktiven Fanszene ist lang, und so wurde Seidemann nie wirklich in der Zeiss-Familie willkommen geheißen. Die Ablehnung durch Teile der Südkurve nahm dabei drastische Züge an. Selbst nach Siegen, zu denen Seidemann sportlich beigetragen hatte, war ihm der Gang in die Kurve verwehrt. Während die Mannschaft feierte, musste der Spieler Abstand halten. Zwar gab es aus anderen Stadionbereichen Solidaritätsbekundungen für den Spieler, doch der Riss zwischen Teilen der Anhängerschaft und dem Akteur war nicht mehr zu kitten. Eine dauerhafte Belastungsprobe für das Binnenklima des Vereins.

Vom Leistungsträger zum Sorgenkind

Trotz der schwierigen Begleitumstände lieferte Seidemann in seiner ersten Saison ab. Mit zehn Treffern und fünf Vorlagen in 24 Einsätzen bewies er seine sportliche Qualität. Doch seit dem Sommer 2025 wendete sich das Blatt auch auf dem Rasen. Die Berichte über fehlende Disziplin häuften sich.

Wie aus dem Umfeld des Vereins zu hören war, musste Sportdirektor Miroslav Jovic zeitweise persönlich eingreifen und den Spieler von zu Hause abholen, um dessen Teilnahme am Training sicherzustellen. Der absolute Tiefpunkt wurde Anfang dieses Jahres erreicht: Seidemann verpasste das Wintertrainingslager in der Türkei. Offizieller Grund war fehlende Fitness. Statt unter der Sonne der türkischen Riviera mit den Kollegen zu schwitzen, verordnete ihm das Trainerteam um Volkan Uluc ein individuelles Aufbauprogramm in Jena.

Der letzte Tropfen

Doch auch diese Maßnahme fruchtete offenbar nicht. Zu Beginn der laufenden Woche meldete sich der Offensivspieler erneut krank. Beim Testspielsieg gegen Plauen (3:2) stand er folgerichtig nicht mehr im Kader. Für die Verantwortlichen des FC Carl Zeiss Jena war dies das Signal, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn mehr ergibt. Das Vertrauensverhältnis schien irreparabel beschädigt.

Mit der Vertragsauflösung kehrt nun Ruhe ein. Für Seidemann könnte es indes direkt in der Regionalliga weitergehen. Nach Informationen der „Bild“ steht er kurz vor einer Einigung mit der BSG Chemie Leipzig. In Jena richtet sich der Fokus nun wieder voll auf das Sportliche und die Rückrunde – ohne Nebengeräusche.

Wir wünschen dem FC Carl Zeiss Jena für die kommenden Aufgaben viel Erfolg und eine ruhige Hand bei der weiteren Kaderplanung.


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